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26.07.2016

Neun Urlaubstipps für gestresste Führungskräfte

Der Sommerurlaub steht vor der Tür. Neben den Weihnachtstagen vielleicht die einzige Zeit im Jahr, in der Unternehmer, Manager und Selbständige wirklich einmal richtig ausspannen können.

„Deutsche sind Gesundheitsmuffel im Sommerurlaub“, so das Resümee einer Befragung unter 1.000 Bundesbürgern, die die Max Grundig Klinik in Auftrag gegeben hatte. „Nicht nur der Normalbürger, auch viele Unternehmer und Manager machen aus gesundheitlicher Perspektive Fehler bei der Gestaltung ihres Sommerurlaubs“, so Diehm. Diese Tipps versprechen Abhilfe:

1. Urlaubsziel

Urlaub besitzt auch einen hohen Statusfaktor. Das „ich war in Australien“ klingt vermeintlich besser als „ich war am Bodensee“. Aus medizinischer Sicht ist das verkehrt. „Im Sommer“, so Prof. Diehm, „muss niemand zum Urlaub Europa verlassen und sich den Stress von Interkontinentalflügen antun“. Der Erholungseffekt ist bei einem überlangen oder verspäteten Langstreckenflug zum Teil bei der Ankunft in Deutschland schon wieder verpufft. Wandern in den Alpen, Radfahren an der Nordsee, ein Hausboottrip auf den Kanälen Frankreichs – es gibt viele Möglichkeiten ganz in der Nähe und ohne den Stress mit Übergepäck, ungünstigen Flugzeiten und Jetlag Urlaub zu machen. Außerdem liegt der Urlaub vor der Haustür aktuell im Trend. Also: Urlaubsziele nicht nach sozialer Akzeptanz oder Prestige-Gesichtspunkten auswählen. Ihr Urlaubsort verrät nichts über Ihre soziale Stellung.

2. Urlaubsdauer

Gerade Unternehmer halten Urlaub für ein „sozialpolitisches Missverständnis“. Das „immer für die Firma da sein“ und „ich brauche keinen Urlaub“ prägen immer noch die Sichtweise von vielen Leistungsträgern der Wirtschaft. Doch wer viel leistet, muss die Batterien aufladen. Der Trend zu Kurzurlauben ist dabei aus medizinischer Sicht nicht hilfreich. Beruflich engagierte Menschen können dabei erst nach einigen Tagen wirklich abschalten und sich innerlich von Job und Stress verabschieden. Der Mediziner empfiehlt einen zweiwöchigen Sommerurlaub. Erst dann tritt ein wirklicher Entspannungseffekt ein.

3. Handy und Laptop

Smartphone, Tablet und Laptop sind zu ständigen Reisebegleitern von Führungskräften geworden – und das ist auch gut so. Die Erreichbarkeit gewährleistet das beruhigende Gefühl, dass man im Notfall eingreifen kann. Natürlich wäre ein Urlaub fernab der Handynetze in der Wildnis in punkto Entspannung ideal, aber zumeist nicht die Realität. Deshalb der Tipp: Zweimal am Tag, etwa am Morgen und vor dem Abendessen, jeweils für eine halbe Stunde konzentriert Mails abarbeiten und Telefonate führen. Ansonsten bleibt das Handy aus. So können Unternehmer und Manager auch dafür sorgen, dass sie nach Rückkehr aus dem Urlaub nicht von einer Mailflut und schlechten Nachrichten erschlagen werden. Und die Familie muss nicht ständig den Vater oder die Mutter mit dem Handy teilen.

4. Seele baumeln lassen

Der Urlaub ist auch dafür da, die übliche Disziplin des Alltags ein wenig schleifen zu lassen. Ausschlafen, Faulenzen, Mittagsschlaf, Feiern. Nicht getrieben werden von dem Druck, etwas leisten zu müssen. Auch die Seele baumeln zu lassen, gehört zur Entspannung im Urlaub. „Geben Sie dem Tag die Chance auf Spontanität. Planen Sie nicht jede Einzelheit im Urlaub“, empfiehlt Prof. Diehm. Nur so kommt man auf andere Gedanken und es gelingt, ein wenig abzuschalten.

5. Aktive Urlaubsgestaltung

Finden Sie die richtige Balance zwischen dem entspannten Nichtstun und sinnvollen Aktivitäten. Natürlich sollte der Urlaub auch dazu dienen, etwa Sport zu treiben oder bewusster zu essen. Prof. Diehm rät zu einer aktiven Urlaubsgestaltung. Im Urlaub ist Zeit, sich intensiver als sonst um Körper und Geist zu kümmern und sich so auf ein besseres gesundheitliches Niveau zu bringen. Das „Auftanken“ im Urlaub hat viel mit den richtigen Aktivitäten zu tun. Gerade für Führungskräfte, die mit Übergewicht, Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen zu tun haben, ist die Urlaubszeit ideal, die körperliche Verfassung zu verbessern.

6. Urlaubszeit ist Beziehungszeit

Bei vielen Unternehmern und Führungskräften kommen im Berufsalltag Frau und Kinder zu kurz. Die Firma geht vor, lautet das Mantra, unter dem die Familie häufig leidet. Der gemeinsame Sommerurlaub ist da die beste Gelegenheit, Versäumtes nachzuholen. Prof. Diehm: „Ich finde es schrecklich, wenn ich Familien im Urlaub sehe, bei denen jeder einzelne sein Ding macht und man sich vielleicht gerade einmal zu den Mahlzeiten sieht.“ Im Urlaub können Manager wunderbar über ihr Leben reflektieren und mit ihren Partnern Gespräche führen, die über den Tellerrand des Alltags hinaus blicken.

7. Urlaubszeit ist Kinderzeit

Was für den Partner zutrifft, gilt natürlich auch für die Kinder. Stellen Sie sich der Verantwortung als Vater oder Mutter und nehmen Sie sich im Urlaub besonders viel Zeit für Ihre Kinder. Kinder geben Leichtigkeit und vermitteln Lebenslust. Sandburgen bauen, Brettspiele, Basteln. Der Kontakt zum eigenen inneren Kind, der im Berufsleben heute zumeist verloren gegangen ist, kann in den Urlaubstagen wieder aufgefrischt werden.

8. Routinebruch

Der berufliche Alltag von Führungskräften ist im Wesentlichen von eingeübten Tätigkeiten geprägt. Der Sommerurlaub bietet eine gute Chance, neue Dinge auszuprobieren. Ein ausgiebiger Urlaub eignet sich bestens, aus Routinen und ausgetretenen Wegen auszubrechen und gemeinsam mit der Familie neue Dinge auszuprobieren. „Was das am Ende ist, ist weitgehend egal. Hauptsache es macht Spaß“, sagt Diehm. Für die Funktionsfähigkeit des Gehirns sind neue Dinge zu erkunden äußerst förderlich, so Diehm weiter.

9. To Do-Liste für die Rückkehr vorbereiten

Vielfach besitzen Führungskräfte vor Antritt eines längeren Urlaubs oder eines Sabbaticals Verlustängste. Sie fürchten, dass sie nach der Rückkehr mit Schwierigkeiten konfrontiert sind. Prof. Diehm sagt: „Führungskräfte und Selbständige befürchten zuweilen, dass ihre Abwesenheit dazu genutzt wird, sie beruflich zu schwächen.“ Auch wenn diese Vorstellung im Einzelfall nicht von der Hand zu weisen ist, kann es helfen, sich vor dem Urlaub darüber klar zu werden, welches die ersten beruflichen Schritte und Aktivitäten nach dem Urlaub sein sollten. Eine solche To do-Liste befördert das Abschalten. Man weiß ja, was nach der Rückkehr zu tun ist.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

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Hans Weber

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Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


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