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30.04.2019

Industrie will im Kampf um Fachkräfte höhere Gehälter zahlen

Da die Industrie der Zukunft gut ausgebildetes Personal erfordert, öffnen viele von ihnen im Kampf um Fachkräfte die Brieftasche: 83 Prozent der befragten Industrieunternehmen geben an, vor allem über attraktive Löhne gute Arbeitnehmer gewinnen zu wollen. Warum sehen sich Unternehmen zu diesem Schritt veranlasst?

91 Prozent der deutschen Industrieunternehmen haben Schwierigkeiten, die benötigten Fachkräfte zu finden, so die Ergebnisse einer Vergleichsstudie von Randstad. Im Vorjahr waren es noch 87 Prozent - das Fachkräfteproblem in der Industrie spitzt sich also immer weiter zu.

Bewerber können sich Arbeitgeber aussuchen

Das hat Auswirkungen auf den Bewerbungsprozess: Das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer hat sich verändert. Heute können sich gut qualifizierte Bewerber den zukünftigen Arbeitgeber aussuchen, nicht umgekehrt.

Unternehmen – auch solche mit einer bekannten und beliebten Arbeitgebermarke – können sich nicht mehr darauf verlassen, dass gute Bewerber bei ihnen anfangen wollen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben sie auch Angebote von anderen Unternehmen vorliegen. Eine attraktive Entlohnung kann, neben anderen Faktoren wie z.B. zusätzliche Sozialleistungen, eine entscheidende Stellschraube sein.

Strategien der Industrie im Kampf um Fachkräfte. (Quelle: Randstad)

Gehälter werden flexibel angepasst

Ein weiterer Grund für die Bereitschaft der Industrie, die Gehälter an die Vorstellungen dringend benötigter Fachkräfte anzupassen: Im Vergleich zu anderen für Bewerber wichtigen Faktoren wie der Work-Life-Balance oder der Unternehmenskultur kann das Gehalt relativ schnell verändert werden – solange es die Finanzlage des Unternehmens zulässt.

Insbesondere in Deutschland befinden sich Unternehmen laut Randstad in einer Zwangslage: Die deutsche Industrie ist im internationalen Vergleich im High-End-Segment angesiedelt. Einerseits reagiert sie dadurch weniger empfindlich auf Preisschwankungen und kann im Bedarfsfall die Löhne erhöhen, um die Attraktivität zu steigern. Andererseits lässt sich diese High-End-Industrieproduktion ohne die entsprechenden Fachkräfte nicht realisieren, sodass Unternehmen kaum Alternativen zu höheren Gehältern haben.

Ausbildung und Weiterbildung für neues Fachwissen

Als ergänzende langfristige Maßnahmen zu Gehaltssteigerungen setzen die Industrieunternehmen in Deutschland zudem immer stärker auf die eigene berufliche Ausbildung (75 %) und Weiterbildung des bestehenden Personals (72 %).

Diese Initiativen sollen nicht nur bestehendes Fachwissen ausbauen, sondern auch neues Fachwissen bei Mitarbeitern schaffen, die das Unternehmen bereits bestens kennen.

Über die Studie

Die Studie wurde durch das Marktforschungsinstitut Opinion Way im Auftrag von Randstad Inhouse Services im August und September 2018 durchgeführt.

Befragt wurden 202 Unternehmen der deutschen Industrie mit 10 oder mehr Angestellten; als Vergleichsgruppe dienten 200 Unternehmen der französischen Industrie.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

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Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


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