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05.10.2018

Home Office nimmt zu

Der Anteil abhängig Beschäftigter in Deutschland, die zumindest in Ausnahmefällen mobil oder von zu Hause aus arbeiten können, ist im letzten Jahr von 32 auf 38 Prozent gestiegen. Das geht aus einer repräsentativen Befragung hervor, die das IZA gemeinsam mit dem Karrierenetzwerk XING im Rahmen der Studie „Arbeiten in Deutschland“ durchgeführt hat.

Die Ergebnisse zeigen: Sechs von zehn Arbeitnehmern haben bislang keine Möglichkeit, räumlich flexibel zu arbeiten. Nur 15 Prozent der 2.126 Befragten gaben an, Home Office „in vollem Umfang“ nach ihren eigenen Präferenzen nutzen zu können, ein weiteres knappes Viertel in Ausnahmefällen.

Home Office nicht für alle Berufe praktikabel

Naturgemäß ist das mobile Arbeiten nicht in jedem Job praktikabel. Bei 45 Prozent der Beschäftigten erfordert das Tätigkeitsprofil nach eigenen Angaben eine Präsenz am Arbeitsplatz. In 12 Prozent der Fälle scheitert das Home Office an der persönlichen Situation, etwa am fehlenden Arbeitszimmer.

Knapp ein Viertel der Befragten sieht jedoch Potenzial zur Ausweitung der Home Office-Regelungen für ihre Tätigkeit: Bei etwas mehr als 15% stellt sich der Arbeitgeber bislang quer, weitere 9 Prozent haben noch nicht aktiv ihre Möglichkeiten ausgelotet. Dementsprechend geben ein knappes Fünftel der Befragten an, dass die bestehenden Regelungen bereits ihren Wünschen entsprechen.

Home Office Nutzung

Unterschiede nach Alter und Geschlecht

Unter den jüngeren Beschäftigten nimmt die Home Office-Nutzung am stärksten zu, während sich bei den über 50-Jährigen keine Veränderungen zum Vorjahr zeigen. Deutliche Unterschiede sind auch zwischen den Geschlechtern erkennbar.

Der Anteil der Männer, die zumindest teilweise räumlich flexibel arbeiten können, liegt mit knapp 43 Prozent deutlich höher als bei Frauen (33%), auch wenn die Lücke seit dem Vorjahr etwas geschrumpft ist. Die IZA-Forscher führen die Diskrepanz primär auf Branchenunterschiede zurück. So geben fast die Hälfte der Arbeitnehmerinnen (gegenüber 42 Prozent der männlichen Beschäftigten) an, ihr Tätigkeitsprofil lasse kein Home Office zu.

Raum für individuelle Lösungen

Für IZA-Chef Hilmar Schneider ist die starke Ausbreitung von Home-Office-Regelungen eine Facette der Veränderungsprozesse, die sich auf unsere Arbeitswelt auswirken: „In unserer Gesellschaft vollzieht sich auch ein Wertewandel, durch den Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder die Integration von Freizeitaktivitäten und ehrenamtlichem Engagement in den beruflichen Alltag einen viel höheren Stellenwert bekommen.

Gleichzeitig schafft der technische Fortschritt mit der fortschreitenden Digitalisierung in immer mehr Jobs die Voraussetzungen für örtlich und auch zeitlich flexibles Arbeiten. Deshalb stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, grundsätzlich erfüllbare Wünsche der Arbeitnehmer zum mobilen Arbeiten mit den unternehmerischen Erfordernissen und Interessen in Einklang zu bringen.“ Schneider sieht hier viel Raum für individuelle Lösungen, die jedoch sicherstellen müssten, dass die Produktivität darunter nicht leide.

Home Office Präferenzen

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

IZA

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Hans Weber

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Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


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