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05.04.2019

Home Office macht mehr Stress

Die Flexibilität durch Home Office hat aber auch ihre Schattenseiten, wenn nebenbei das schreiende Baby bespaßt werden muss oder der Hund das Laptop-Kabel zerfetzt. Ein aktuelles IZA-Forschungspapier legt sogar nahe, dass die negativen Auswirkungen auf das subjektive Wohlbefinden im Vergleich zur klassischen Büroarbeit überwiegen.

Für die Studie analysierten die Forscher Daten des American Time Use Survey, der zusätzlich zu den individuellen Aktivitäten im Tagesverlauf auch die unmittelbaren Gefühle der Befragten erfasst. Dazu zählen Glück, Schmerz, Traurigkeit, Stress, Müdigkeit und die wahrgenommene Sinnhaftigkeit der jeweiligen Aktivität.

Unterschiedlich hohe Stresspegel

In der untersuchten Stichprobe von knapp 4.000 Arbeitnehmern unterschieden die Autoren zwischen zwei Arten des Home Office.

Einmal handelt es sich dabei um Heimarbeit im engeren Sinne, die ohne Pendeln zum Arbeitsplatz in der Regel während der üblichen Geschäftszeiten von zu Hause aus erfolgt („Telework“). Die zweite Art ist Arbeit, die Büroangestellte mit nach Hause bringen („Bringing work home“), um sie dort meist in den Abendstunden oder auch am frühen Morgen zu erledigen.
Insgesamt fanden die Forscher bei beiden Formen im Vergleich zur Büroarbeit einen erhöhten Stresslevel und damit einhergehend ein geringeres subjektives Wohlbefinden der Befragten.

Zwar gaben Heimarbeiter an, weniger müde zu sein, vermutlich aufgrund der eingesparten Zeit und Energie für den Weg zum Arbeitsplatz. Doch unterm Strich überwogen Stress und negative Emotionen, die nach Einschätzung der Autoren auf Probleme durch die Vermischung von Arbeit und Freizeit hindeuten.

Herausforderung für das Familienleben

Beim zusätzlichen Home Office geht der erhöhte Stress mit geringerem Glücksempfinden einher. Ursächlich sind der Studie zufolge jedoch nicht etwa die längeren Arbeitszeiten an sich. Die Autoren gehen vielmehr davon aus, dass das Arbeiten im Home Office innerfamiliäre Konflikte verstärkt, wenn es um die Aufteilung von Erwerbsarbeit, Hausarbeit und Freizeit geht.

Da sich andere Stressfaktoren wie die familiäre Situation auch auf die Neigung zur Heimarbeit auswirken und dadurch die Ergebnisse beeinflussen könnten, verglichen die Forscher nicht nur Büro- und Heimarbeiter mit ähnlichen Merkmalen, sondern betrachteten auch die personenbezogenen Effekte, die sich aus Veränderungen der jeweiligen Arbeitssituation ergaben.
Je nach Analysemethode variieren die Ergebnisse im Detail, etwa was die Geschlechterunterschiede angeht: Insgesamt scheinen Männer mit dem Home Office weniger negative Emotionen zu verbinden als Frauen.

Betrachtet man jedoch Einzelpersonen im Zeitverlauf, relativiert sich der Befund. Das spricht dafür, dass die individuelle Situation einen großen Einfluss darauf hat, ob die Heimarbeit als Flexibilitätsgewinn oder eher als Belastung wahrgenommen wird.

Mehr Unterstützung für Heimarbeiter

Die Autoren betonen daher, dass ihre Studie keine allgemeingültige Bewertung von Telearbeit erlaube, wohl aber die folgenden Schlussfolgerungen nahelege:

  • In der Diskussion um die Vor- und Nachteile von Home Office-Regelungen muss zwischen den unterschiedlichen Formen von Heimarbeit differenziert werden.
  • Arbeitgeber sollten neben den Flexibilitäts- und Produktivitätsapekten das Wohl der Mitarbeiter stärker im Blick haben.
  • Politik und Unternehmen sollten die Rahmenbedingungen für Heimarbeiter weiter verbessern, indem sie Betreuungsangebote ausbauen, eine geeignete Ausstattung von Telearbeitsplätzen gewährleisten und die soziale Interaktion von Heimarbeitern fördern.
  • Da Arbeitszeitgesetze nur bedingt greifen, sollte über neue Wege zur Vermeidung von Überlastung nachgedacht werden.
  • Auch die Home Office-Nutzer selbst stehen in der Verantwortung, durch eine geeignete Abgrenzung von Arbeit und Freizeit die negativen Auswirkungen auf sich und ihre Familie zu minimieren.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

IZA

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