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17.05.2017

Hierarchie-Pyramide hat in der digitalen Arbeitswelt ausgedient

55 Prozent der Fachkräfte sind der Meinung, dass ihr Arbeitgeber für die Zukunft schlecht aufgestellt ist. Auch das Verhalten der Vorgesetzten muss sich aus Sicht der Mitarbeiter ändern.

Sechs von zehn Fachkräften glauben, dass aktuelle Führungsmuster und -stile den Herausforderungen der Zukunft nicht gerecht werden. Das zeigt eine Studie von StepStone und Kienbaum zu Organisationsstrukturen in deutschen Unternehmen, für die mehr als 14.000 Fach- und Führungskräfte befragt wurden.

Die Dynamik der Märkte zwingt Unternehmen zu immer mehr Flexibilität und schnellerem Handeln. Viele Unternehmen leben jedoch noch im trägen Rhythmus von hierarchischen Abstimmungsprozessen und dem Entscheidungstakt wöchentlicher Vorstandssitzungen. Flache Hierarchien und dezentrale Entscheidungsstrukturen sind also nicht nur Wunsch der Fachkräfte, sondern auch Grundvoraussetzung für den zukünftigen Erfolg von Unternehmen, so ein Fazit der Untersuchung.

Hierarchien bremsen Innovationen

Zwei Drittel der von StepStone und Kienbaum befragten Fachkräfte arbeiten in Unternehmen, die hierarchisch oder stark hierarchisch organisiert sind. Bei der Mehrheit der Studienteilnehmer ist dies ein Unternehmen mit einem Einlinien-Führungssystem. Das bedeutet, dass Berichtsketten im Unternehmen vertikal zu direkten Vorgesetzten verlaufen – Entscheidungen werden eher auf den oberen Führungsebenen getroffen.

Oft seien aber genau diese Systeme durch lange Entscheidungswege geprägt. Hierarchien sollten nicht lähmend wirken. Der pyramidenförmige Aufbau von Unternehmen ist für schnelle Reaktionen ungeeignet. Das meinen auch die befragten Fachkräfte: Knapp 60 Prozent sind der Ansicht, dass veränderte Unternehmensstrukturen auch mehr Innovationen ermöglichen würden.

Intrapreneurship: Ideen der Mitarbeiter nutzen

Auf dem Weg zu einer Unternehmensstruktur, die stärker an Innovationsreichtum als an starren Zielvorgaben ausgerichtet ist, sind die Ideen der Mitarbeiter ein wertvolles Gut. Doch viele Unternehmen nutzen diese Ressource noch nicht: Fast ein Fünftel der Fachkräfte hat das Gefühl, dass ihre Ideen im Unternehmen ausdrücklich nicht erwünscht sind.

Von den befragten Führungskräften sind rund zehn Prozent dieser Meinung. 26 Prozent der Führungskräfte geben an, das Einbringen von Ideen und Verbesserungsvorschlägen von Mitarbeitern werde von der Führung aktiv gefördert – auf der Fachkräfteseite teilen nur 18 Prozent diese Einschätzung.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Stepstone/Kienbaum

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Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


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