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31.08.2018

Hälfte der Arbeitnehmer wünscht sich mehr Flexibilität

47 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland wünschen sich mehr Flexibilität, jedoch befürchten 43 Prozent, dass die Wahl flexibler Arbeitsbedingungen ihre Aufstiegschancen beeinträchtigt. Das sind einige der zentralen Ergebnisse der neuen Global Talent Trends Studie 2018 von Mercer.

Die Mercer-Studie identifiziert fünf große Trends für 2018: Change@Speed, sinnvolles Arbeiten, permanente Flexibilität, Plattform für Talente und Digital von innen nach außen.

  1. Change@Speed: Wie sich Unternehmen auf die Zukunft der Arbeit vorbereiten, hängt vom Grad der zu erwartenden Disruption ab. Die Unternehmen, die die größte Disruption erwarten, arbeiten Agilität in ihr Modell ein und setzen auf flachere, stärker vernetzte Strukturen (40 Prozent planen eine Abflachung der Organisationsstruktur). Allerdings fühlen sich die Personalverantwortlichen in Deutschland nur bedingt bereit, ihre Mitarbeiter entsprechend umzuschulen (59 Prozent sind zuversichtlich, dass sie dies gut können) oder neue Mitarbeiter mit den erforderlichen Fähigkeiten einzustellen (58 Prozent). Mehr als die Hälfte (54%) der Führungskräfte geht davon aus, dass mindestens jede fünfte Rolle in ihrem Unternehmen in den nächsten fünf Jahren nicht mehr existieren wird. Daher sind Arbeitsplatzverlagerungen und Umschulungen für Unternehmen überlebenswichtig. Doch nur ein Drittel (31 Prozent) der Unternehmen verbessert den Zugang zu Online-Lernkursen und ein noch kleinerer Anteil (20 Prozent) lässt seine Mitarbeiter im Unternehmen rotieren.
  2. Sinnvolles Arbeiten: In Deutschland sagen fast zwei Drittel (60 Prozent) der erfolgreichen Mitarbeiter, die sich persönlich und beruflich erfüllt fühlen, dass ihr Unternehmen einen klaren Zweck verfolgt. Um einen Sinn in ihrer Tätigkeit zu finden, sehnen sich die Mitarbeiter nach dem nötigen Freiraum zum Lernen und Experimentieren. Wird diese Sehnsucht nicht erfüllt, sind Arbeitnehmer zum Absprung bereit: Ein Drittel der Mitarbeiter, die mit ihrem Job zufrieden sind, wollen das Unternehmen trotzdem verlassen, weil sie die gebotenen Karrieremöglichkeiten als unzureichend wahrnehmen. Ebenfalls wichtig für die Arbeitnehmer ist die Fairness bei der Vergütung und bei Nachfolgeregelungen. Nur 39 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland geben an, dass ihr Unternehmen bei Gehalts- und Beförderungsentscheidungen gerecht handelt. Weltweit liegt die Quote bei durchschnittlich 53 Prozent.
  3. Permanente Flexibilität: Arbeitnehmer haben und äußern heute klare Erwartungen an Arbeitsmodelle. Sie wollen flexiblere Arbeitsmöglichkeiten und die Unternehmen hören ihnen zu: 77 Prozent der Führungskräfte sehen flexibles Arbeiten als Kernstück ihres Leistungsversprechens an. Jedoch betrachten sich nur 3 Prozent der HR-Führungskräfte in Deutschland als Branchenführer, wenn es darum geht, Flexibilität zu ermöglichen. 47 Prozent der Arbeitnehmer wünschen sich mehr Flexibilität, aber 43 Prozent befürchten, dass die Wahl flexibler Arbeitsbedingungen ihre Aufstiegschancen beeinträchtigt. „Der Mangel an flexiblen Arbeitsregelungen schadet Frauen und älteren Arbeitnehmern überproportional, was zu Fehlzeiten, niedrigeren Energieniveaus und Burnout führt“, erklärt Ilya Bonic, President von Mercers Career Business.
  4. Plattform für Talente: 85 Prozent der Führungskräfte erwarten eine Zuspitzung des War for Talent. Entsprechend erkennen die Unternehmen, dass sie ihr Talent-Ökosystem erweitern und ihre HR-Modelle für ein digitales Zeitalter anpassen müssen. Mehr als jedes dritte deutsche Unternehmen plant, im Jahr 2018 mehr Talente „auszuleihen“. „
  5. Digital von innen nach außen: Wenn es darum geht, Mitarbeitern eine „digitale Erlebniswelt“ zu bieten, die sich mit dem Standard deckt, den die Mitarbeiter privat gewöhnt sind, hinken deutsche Unternehmen hinterher: Nur 8 Prozent sehen sich heute als digitale Organisation, was der Hälfte des weltweiten Durchschnitts entspricht. Während 53 Prozent der Mitarbeiter sagen, dass modernste Tools für den Erfolg wichtig sind, geben nur 38 Prozent an, dass sie über die für ihre Arbeit notwendigen digitalen Tools verfügen. Lediglich 33 Prozent bestätigen, dass sie mit ihrer Personalabteilung digital interagieren. Auf der Suche nach neuen Technologien müssen sich Führungskräfte auf das „Betriebssystem Mensch“ konzentrieren, um ihre Organisation nach vorne zu bringen.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

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Hans Weber

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Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


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