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28.08.2017

Fraunhofer-Studie: Mobiles Arbeiten bekommt gute Noten

Arbeiten unterwegs kann große Chancen für Beschäftigte eröffnen, doch die
Flexibilisierung der Arbeit birgt auch etliche Hürden. Wer kann, darf und will mobil arbeiten?

Örtlich flexible Arbeit hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Betriebs- und Tätigkeitsspezifika sowie die Arbeitsumgebung lassen diese Form der Flexibilität jedoch auch heute noch nur zum Teil zu. Zudem bestimmt die Unternehmenskultur den Grad der praktischen Umsetzung.

Forscher des Fraunhofer IAO und des IAT der Universität Stuttgart werteten die Meinungen von rund 680.000 Beschäftigten des verarbeitenden Gewerbes aus. Die Ergebnisse präsentieren sie in der aktuellen Studie „Mobile Arbeit – eine Analyse des verarbeitenden Gewerbes auf Basis der IG Metall-Beschäftigungsbefragung 2017“.

Die Studie zeigt, dass die Hoffnungen und Erwartungen der Beschäftigten an mobiles Arbeiten insgesamt sehr hoch sind. Um selbstbestimmtes, örtlich flexibles Arbeiten jedoch wirklich erfolgreich umzusetzen, müssen die Stellschrauben in zahlreichen Unternehmen noch nachjustiert werden.

Gesamtbeurteilung mobiler Arbeit fällt positiv aus

Neun von zehn Beschäftigten haben ein positives Bild von mobiler Arbeit, dennoch liegen auch bei potenziellen „Mobile Workern“ oft Hindernisse oder Hemmnisse vor, was die Umsetzung betrifft, etwa die Furcht vor Entgrenzung oder vor ausufernden Arbeitszeiten.

Für mobiles Arbeiten ist eine Kultur des Vertrauens im Kollegenkreis förderlich. Allerdings haben etwa 30 Prozent der Beschäftigten, welche mobil arbeiten können, Angst, mehr leisten zu müssen, weil sie befürchten, dass ihre Arbeitsleistung in mobiler Arbeit nicht wahrgenommen wird. Hieraus resultiert für sie die Gefahr von ausufernden Arbeitszeiten, wenn versucht wird, die fehlende Präsenz durch Mehrarbeit zu kompensieren.

Insgesamt zeigt sich, dass personenbezogene Faktoren oder das Arbeitsumfeld häufig zum Ausschluss mobiler Arbeit führen. So sind fehlende technische Voraussetzungen oder eine ablehnende Haltung der Führungskraft gegenüber mobilem Arbeiten wesentliche Gründe, nicht mobil zu arbeiten.

Geleistete Arbeitszeit und Work-Life-Balance

Örtlich flexible Arbeit kann zu ausufernden Arbeitszeiten führen und dies wiederum zu einer Verschlechterung der Work-Life-Balance. Im Falle mobiler Arbeit scheinen jedoch die positiven Wirkungen die für die Work-Life-Balance als „Störquelle“ empfundenen längeren Arbeitszeiten zu kompensieren. Geeignete betriebliche Rahmenbedingungen helfen, ausufernde Arbeitszeiten und die damit einhergehenden negativen Konsequenzen von mobiler Arbeit zu vermeiden.

Hierzu gehören insbesondere klar definierte Prozesse im Umgang mit zu hohen Arbeitszeiten und eine entsprechende Unternehmenskultur, welche sich deutlich gegen Entgrenzung ausspricht. Wichtig ist allerdings, dass die Beschäftigten zeitlich autonom sind.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Fraunhofer IAO

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Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


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