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20.04.2017

Ein Viertel der deutschen Manager würde bestechen

Die Diesel-Affäre, der Libor-Skandal, Preisabsprachen unter Konzernen: Compliance-Verstöße haben zuletzt immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Kein Wunder also, dass die Wahrnehmung von Korruption steigt, so eine Studie.

Deutsche Manager sind offenbar eher bereit für ihre eigene Karriere zu unlauteren Mitteln zu greifen, als zum vermeintlichen Wohl des Konzerns. So sagt fast ein Viertel (23 Prozent) von sich, dass sie für das eigene berufliche Fortkommen und eine höhere Bezahlung unethisch handeln würden. Das ist sogar über dem Durchschnitt von 21 Prozent insgesamt und deutlich über dem Durchschnitt in West-Europa von 14 Prozent.

Bewusste Falschinformationen geben

Ebenfalls deutlich überdurchschnittlich ist mit zehn Prozent der Anteil derjenigen, die sich vorstellen können, der Unternehmensführung Falschinformationen zu geben, um ihre eigene Karriere oder Bezahlung zu verbessern. Insgesamt liegt der Anteil bei fünf Prozent, in West-Europa bei vier Prozent.

Wahrnehmung von Korruption steigt

43 Prozent der deutschen Manager halten Bestechung und Korruption hierzulande mittlerweile für weit verbreitet. Damit dreht sich die Stimmung: 2015 war die Wahrnehmung von Korruption rückläufig – 26 Prozent der Manager hielten sie damals für weit verbreitet nach 30 Prozent bei der Befragung im Jahr 2013.

Ukraine letzter, Skandinavien vorn

Trotz dieser Steigerung kommt Korruption in Deutschland im Ländervergleich nur unterdurchschnittlich vor. Im Durchschnitt aller befragten Länder in Europa, Afrika, dem Nahen Osten und Indien gehen 51 Prozent der Manager davon aus, dass in ihrem Land Korruption und Bestechung weit verbreitet sind. Auf unrühmliche Spitzenwerte kommen die Ukraine (88 Prozent), Zypern (82 Prozent) und Griechenland und die Slowakei (jeweils 81 Prozent).

Am besten schneiden die skandinavischen Länder und die Schweiz ab: So halten in Dänemark nur sechs Prozent der Manager unlautere Geschäftspraktiken für verbreitet.

Jüngere eher bereit zu unethischem Verhalten

Innerhalb der sogenannten Generation Y (25-34-Jährige) wäre in allen befragten Ländern ein höherer Anteil als in anderen Altersgruppen bereit, unethisches Verhalten zu rechtfertigen. Einer von vier dieser jungen Befragten rechtfertigt das Anbieten von Schmiergeldern, um einen neuen Auftrag zu gewinnen oder um bestehende Aufträge weiterzuführen.

Hälfte der Manager hat bereits Verfehlungen erlebt

Die Hälfte (52 Prozent) der Manager in Deutschland ist in ihrem Berufsleben bereits mit Verfehlungen konfrontiert worden. 14 Prozent sahen sich innerhalb des Unternehmens Druck ausgesetzt, diese Verfehlungen nicht zu melden. Sieben Prozent sind unter diesem Druck eingebrochen und haben das Fehlverhalten für sich behalten.

Doch dieser allzu lockere Umgang mit der Ethik kann für die Unternehmen nicht nur juristische Folgen nach sich ziehen – auch für die Mitarbeiterbindung ist er fatal. Jeder zehnte befragte Manager hat bereits einmal wegen unethischen Verhaltens der Firma gekündigt – jeder Dritte hat eine Kündigung aus diesem Grund zumindest erwogen.

Whistleblowing-Hotlines kaum bekannt

Allerdings ist das Instrument der Whistleblowing-Hotline in Deutschland zu wenig bekannt: Nur sieben Prozent der befragten Manager wissen von einem entsprechendem System in ihrem Unternehmen. Weltweit ist der Anteil mit 21 Prozent drei Mal so hoch.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young), für die rund 4.100 Entscheidungsträger aus Unternehmen in 41 Ländern befragt wurden, davon 100 aus Deutschland.

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Ernst & Young

Weiterführende Information
  • 23.04.2017 von Es ist eine glaubwürdige Aussage!

    Wenn als allgemeingültige Definition der Korruption die Vorteilsannahme trotz bestehender Regeln zu Lasten Dritter herangezogen wird, dann ist die Einschätzung korrekt. Durch die engmaschige Einbindung in die verschiedensten Regelwerke, wobei hier BGB, StGB, SGB nur als Flaggschiffe genannt sein sollen, ist die Möglichkeit des Regelverstoßes ohnehin recht groß. Bemerkenswert ist weiterhin, das Regelverstöße gegen Solidargemeinschaften in weiten Teilen der Gesellschaft nicht als korrupt, sondern als "clever" wahrgenommen werden und eine regelkonforme Kommentierung von derartigen Sachverhalten als "Nestbeschmutzung" diskreditiert wird. "Wistleblowing" wird weiterhin nicht als Einforderung regelkonformen Verhaltens, sondern als einfacher Vertragsbruch verstanden. Auf dieser Basis, d.h. dem Schutz des Regelbrechers, ist die o.g. Einschätzung des Korruptionsgrades eher als konservativ zu betrachten.

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Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


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