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23.02.2016

Digitaler Wandel befeuert Komplexität im Arbeitsalltag

Vor allem Führungskräfte sehen sich mit einer permanent steigenden Informationsflut konfrontiert. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Ease Unlimited“ von Sopra Steria Consulting. Die Studie zeigt auf, welche Auswirkungen die zunehmende Komplexität im Arbeitsalltag hat und liefert zugleich Anhaltspunkte, wie Unternehmen diese Komplexität besser als bisher beherrschen können.

Laut einer Umfrage im Auftrag von Sopra Steria Consulting wuchs das Aufgaben- und Informationsaufkommen seit 2010 in 97 Prozent der befragten Unternehmen. Zwei von drei Studienteilnehmern berichten von einer „starken Zunahme“ des Informationsvolumens – eine Erfahrung, die bei Finanzdienstleistern und im verarbeitenden Gewerbe mit jeweils 78 beziehungsweise 77 Prozent besonders deutlich ausgeprägt ist. Stark zugenommen haben auch Zahl und Vielfalt der Arbeitsaufgaben, nämlich in 57 Prozent der Fälle.

IT wird komplexer

Als weiteren Komplexitätstreiber nannten gut neun von zehn Befragten Änderungen in der IT-Landschaft (91 Prozent) und die gestiegene Anzahl von IT-Anwendungen (90 Prozent). „Die digitale Transformation hat in vielen Unternehmen offenbar zwei Gesichter“, sagt Petra Bollmer, Managerin Human Capital Management Solutions bei Sopra Steria Consulting. „Denn einerseits ermöglicht die fortschreitende Digitalisierung zwar immer neue Geschäftsmodelle und eine engmaschige Vernetzung mit Partnern und mit Kunden. Andererseits aber führt eben diese hochgradig vernetzte Wertschöpfungskette vielerorts zu einem Komplexitätsanstieg, der Mitarbeiter überfordern und dadurch Transformationserfolge wieder in Frage stellen kann.“

Überforderte Mitarbeiter

Tatsächlich klagt jede zweite Führungskraft über zu viel Komplexität und erwägt deswegen einen Arbeitsplatzwechsel. Interessanterweise gaben wiederum 80 Prozent der befragten Führungskräfte an, dass Mitarbeiterzufriedenheit in ihrem Unternehmen eine hohe Priorität besäße – ein Hinweis darauf, dass betriebliche Maßnahmen dafür oftmals nur unzureichend greifen. „Der Umgang mit Komplexität erfordert völlig neue Kompetenzen, nicht nur technischer Art, sondern auch in methodisch-organisatorischer Hinsicht“, kommentiert Petra Bollmer. Dazu gehören beispielsweise die Fähigkeiten, in zunehmend dynamischen Zusammenhängen selbstorganisiert zu arbeiten und komplexe Aufgaben kooperativ im Team zu lösen. „Zudem gehören starre Hierarchien mit langen Berichtswegen auf den Prüfstand. Zu fragen ist, welchen Beitrag zum Beispiel interdisziplinäre Teams und agile Vorgehensweisen in der Arbeitsorganisation leisten können, um alle Beschäftigten in die Lage zu versetzen, souveräner und produktiver mit dem anhaltenden Komplexitätszuwachs im Zuge des digitalen Wandels umzugehen.“

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

Sopra Steria Consulting

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Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


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