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17.02.2016

DAX-Chefs haben selten schon für Familienunternehmen gearbeitet

Die Vorstandsvorsitzenden der deutschen DAX-Konzerne und die Vorsitzenden der Geschäftsführung von Familienunternehmen bleiben gerne jeweils unter sich.

Nur fünf DAX-Chefs haben zuvor schon einmal bei einem nicht notierten Unternehmen im Privatbesitz gearbeitet. Umgekehrt ist es ähnlich: Von den 30 größten nicht an der Börse gelisteten Unternehmen in Familienhand haben nur sieben Geschäftsführer bereits früher einen Konzern als Arbeitgeber gehabt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der Executive-Search- und Talent-Management-Beratung Korn Ferry.

Dabei kann es gerade in der Zeit der disruptiven Geschäftsmodelle von Vorteil sein, in beiden Systemen gearbeitet und gelebt zu haben. Schon sehr früh legen sich die Manager meist fest, in welcher Unternehmensform sie Karriere machen werden. „Häufig wird dies schon mit der ersten beruflichen Station entschieden“, sagt Hubertus Graf Douglas, Geschäftsführer von Korn Ferry in Deutschland.

Ähnliche Ausbildung zu Berufsbeginn

Dabei haben die heutigen Top-Manager vergleichsweise ähnliche Ausbildungen zu Beginn ihres Berufslebens. Nur sechs der DAX-Chefs haben eine Berufsausbildung absolviert. Öffentlich belegbar ist dies die gleiche Zahl bei den Vorständen/Geschäftsführern bei Unternehmen, die sich mehrheitlich in privater Hand befinden. Mehr als ein Drittel hat jeweils Betriebswirtschaftslehre studiert, dahinter kommen Ingenieurswissenschaften, Jura oder vereinzelt Naturwissenschaften. Mit Matthias Müller bei Volkswagen steht ein Diplom-Informatiker (FH) an der Spitze eines DAX-Konzerns.

Weniger Ingenieure in Familienunternehmen

Auffällig ist: Während mehr als ein Fünftel der DAX-Chefs Ingenieure sind, sind dies nur knapp zehn Prozent der Vorsitzenden der Geschäftsführung oder Vorstände bei den großen Familienunternehmen. Währenddessen heute kein DAX-CEO nicht studiert hat, gibt es diese Fälle in Familienunternehmen noch durchaus. Sowohl angestellte Manager wie Klaus Gehrig (Schwarz-Gruppe) oder auch Inhaber wie Dirk Roßmann (Rossmann) haben nie eine Universität oder Fachhochschule besucht und sind sehr erfolgreich geworden.

Stallgeruch zählt

Insgesamt haben die heutigen Top-Manager ihren Arbeitgeber nur vergleichsweise selten gewechselt. Sechs Vorstandsvorsitzende haben ihre Karriere schon dort begonnen, wo sie heute an der Spitze stehen. Ein Drittel hatte davor einen einzigen anderen Arbeitgeber. Bei mehr als vier Unternehmen zuvor haben nur 16 Prozent der DAX-Chefs gearbeitet. Bei den Unternehmen im Privatbesitz mit einer vergleichbaren Größe waren es sogar nur zwei Geschäftsführ/Vorstände, die in ihrer gesamten Karriere schon mehr als vier Arbeitgeber hatten. Dagegen gibt es zehn, die ihr Unternehmen nie gewechselt haben. „Stallgeruch ist und bleibt ein wichtiger Bonus für die Wahl des neuen Chefs“, so Graf Douglas. „Führungskräfte scheitern nicht wegen fehlender Fachkenntnisse, sondern weil sie nicht die neue Kultur hineinfinden. Das ist auch der eigentliche Grund, warum wir kaum eine Karrierevermischung zwischen Konzernen und Familienunternehmen bei Top-Managern feststellen können.“

Redaktion QZ
qz <AT> hanser.de

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Hans Weber

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Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


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