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03.11.2005

Auslandserfahrungen bleiben oft ungenutzt

Die Perspektiven und Erwartungen von Unternehmen und Angestellten unterscheiden sich im Detail erheblich, wenn es um die Entscheidung zum Gang ins Ausland, die Re-Integration nach der Rückkehr und die berufliche Entwicklung der Entsandten geht.

Dies ergab die internationale Umfrage "Understanding and Avoiding Barriers to International Mobility", die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) zusammen mit der Cranfield University bei fünfzehn international vertretenen Unternehmen und deren international eingesetzten Mitarbeitern durchführte. Die befragten Firmen entsenden jährlich mehr als 10.000 Angestellte ins Ausland und verfügen insgesamt über eine Belegschaft von mehr als einer Million Mitarbeitern weltweit.

Die Studie zeigt, dass Unternehmen die Anreize für einen Wechsel ins Ausland auf die Bedürfnisse der betreffenden Mitarbeiter stärker zuschneiden müssen. Damit eine Entsendung ins Ausland beiden Seiten nutzen kann, sollten sich die persönliche Situation des Mitarbeiters und seine Beweggründe für den Auslandseinsatz stärker im Entsendungspaket und auch im Betreuungskonzept widerspiegeln. Die Kandidaten analysieren für sich Kosten und Nutzen einer Entsendung.

Besonders bei der Re-Integration der aus dem Ausland zurückgekehrten Mitarbeiter sind viele Unternehmen oft zu nachlässig, so das Urteil der Befragten. Sie bemängelten vor allem, dass keine Klarheit darüber herrsche, wer im Unternehmen für den Re-Integrationsprozess zuständig ist. Außerdem sei der Zeitpunkt für den Beginn dieses langwierigen Prozesses meist viel zu spät angesetzt, so ein weiteres Ergebnis der PwC-Umfrage. Dieser Befund mag eine Erklärung für die auffällig hohe Ausstiegsquote nach einem Auslandsaufenthalt sein.

Auch bei Rückkehrern, die im Unternehmen bleiben, sind die Aussichten auf einen Karrierekick durch internationale Mobilität nicht selten trübe. Statt befördert zu werden, erfahren viele nach dem Auslandsaufenthalt einen Karriereknick. Nur ein Drittel der Rückkehrer wurde befördert; jeder zehnte Betroffene wurde gar herabgestuft.

Zur nachhaltigen Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit und optimalen Nutzung der Auslandserfahrung ihrer Mitarbeiter sollten Unternehmen neben der finanziellen Honorierung auch die praktischen Bedürfnisse der Familienangehörigen beachten. Dabei können die Unternehmen Geld sparen, denn wie die PwC-Studie zeigt, kommt es den Befragten hier weniger auf Geld als auf organisatorische Hilfestellung, etwa bei der Schulsuche für die Kinder, an. Dies ist ein Faktor, den viele Firmen bisher vernachlässigen. Auch in Sachen kultureller Integration am neuen Arbeitsplatz wünschen sich die Angestellten deutlich mehr Informationen vorab und systematische Unterstützung vor Ort von ihren Arbeitgebern.


Petra Weber, Redaktion QM-InfoCenter
newsredaktion <AT> qm-infocenter.de

PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft www.pwc.com

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Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


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