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04.06.2020 1. Arten von Prüfbescheinigungen und Konformitätsdokumenten
Frage & Antwort

Anwendung der DIN EN 10204 für beliebige Produkte

Wie bewerten Sie die häufig vorkommende Anwendung der DIN EN 10204 für beliebige Produkte?

Immer wieder ist in der Praxis festzustellen, dass die in DIN EN 10204 beschriebenen 2.1-, 2.2- und 3.1-Prüfbescheinigungen auch für Produkte ausgestellt werden, die nicht unter den vorgesehenen Anwendungsbereich dieser Norm fallen. Als ein Beispiel möchte ich die Zusicherung von technischen Eigenschaften eines beliebigen Produkts mittels 2.1-Werksbescheinigung anführen. Ein weiteres Beispiel ist das Ausstellen eines 3.1-Abnahmeprüfzeugnisses für Leistungsdaten einer Maschine, die etwa auf dem Prüfstand und auf Kundenwunsch gemessen sowie anschließend mit vertraglich zugesicherten Werten verglichen werden.

Wie man dem Vorwort sowie dem Abschnitt 1.1 entnehmen kann, hat die Norm einen starken Bezug zur Materialprüfung von Halbzeugen. Unglücklich dürfte deshalb die Formulierung in Abschnitt 1.1 sein, wonach sich die Anwendung dieser Norm auf alle metallischen Erzeugnisse erstreckt. Einige Anwender berufen sich bei der Anwendung für beliebige Produkte wohl vor allem auf Abschnitt 1.2, in dem dann eine regelrechte Aufweichung erfolgt, wonach die Norm auch für nichtmetallische Erzeugnisse angewendet werden kann. Nun ist es keine Hürde mehr, wirklich jedes Erzeugnis als metallisch oder nichtmetallisch zu bezeichnen. Selbst auf Katzenfutter oder Christbaumschmuck trifft das zu. Wirklich logisch und begriffsklärend im Sinne einer Norm ist diese Definition jedoch nicht.  

Wie aber erklären wir nun einem Mitarbeiter, wie bei beliebigen Produkten vorzugehen ist, die nichts mit Halbzeugen aus Metall zu tun haben? Meines Erachtens sollte bei der Suche nach der richtigen normativen Grundlage zunächst geklärt werden, ob ein produkt- oder privatrechtlicher Hintergrund für die angeforderte Bescheinigung besteht. In den oben genannten Beispielen steht zumeist das Interesse des Kunden im Vordergrund, wenn es beispielsweise um die Bescheinigung von Leistungsdaten und Produktmerkmalen geht. Hierfür wäre dann eine Konformitätserklärung nach DIN EN ISO/IEC 17050 der richtige Weg, und zwar auch, um die damit verbundenen Geschäftsprozesse in geeigneter Weise abzubilden. 

Mein Fazit: Letztlich bringt man eher Unkenntnis und fehlende Professionalität zum Ausdruck, wenn man die Merkmale einer Maschine beispielsweise in einem 2.2-Zeugnis bescheinigen würde. Richtig wäre stattdessen eine Konformitätserklärung nach DIN EN ISO/IEC 17050. Auch möglich wäre im einfachsten Fall eine vertraglich ebenso bindende, aber durchaus formlose Bescheinigung der entsprechenden Merkmale.

Antwort:

Der Missbrauch der EN 10204 ist weit verbreitet - und dazu trägt tatsächlich auch der verwirrende Text im Anwendungsbereich bei.

Eine ausführliche Antwort zu dem Problem, welche Nachweisdokumente für welche Arten von Konformitätsnachweisen und Prüfergebnissen angemessen und richtig sind, findet sich in meinem Beitrag "Die richtigen Dinge richtig tun" in der Zeitschrift QZ Qualität und Zuverlässigkeit (2/2020, Seite 30 bis 34), wo insbesondere das Bild auf Seite 32 ein "Leitfaden" zur sinnvollen Anwendung der verschiedenen Dokumente ist:
https://www.qz-online.de/qz-zeitschrift/archiv/artikel/-10202499.html?search.highlight=friederici

Produktkonformität und Prüfbescheinigungen
Ing. Ingolf Friederici

Ing. Ingolf Friederici

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Über den Experten

Ingolf Friederici, Experte für Managementsysteme, Konformitätsfragen und zugehörige Normen, führt seit vielen Jahren Seminare und Workshops durch, schwerpunktmäßig als unternehmensindividuell gestaltete Inhouse-Veranstaltungen.

Im expert Verlag, Tübingen, erschien kürzlich sein Buch "Konformität von Produkten - Gesetzliche Anforderungen, Konformitätsbewertungen, Konformitätsdokumente, Prüfbescheinigungen".

Rückfragen beantwortet Herr Friederici gern auch telefonisch unter Tel. 036601 / 556544.

ingolf.friederici@gmail.com