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27.08.2010 6. Gesetzliche Grundlagen EG-Richtlinien, GPSG
Frage & Antwort

6.18 Aussteller von Abnahmeprüfzeugnissen 3.1

Wir streiten uns als bedeutendes Chemieunternehmen in unserer Anlagentechnik mit der Abnahmeorganisation darüber, ob das neue Abnahmeprüfzeugnis 3.1 sich vom alten 3.1.B unterscheidet. Seit kurzem akzeptiert die Abnahmeorganisation nicht mehr die für Druckbehälterwerkstoffe ausgestellten Dokumente unserer Lieferanten, weil diese nur die Unterschrift des Abnahmebeauftragter des Herstellers tragen. Ist diese Ansicht korrekt?

Antwort:

Leider ja. Aufgrund der Festlegungen der EU zur ungeteilten Verantwortung des Herstellers in Bezug auf Konformitätsaussagen muss der Herausgeber von Prüfbescheinigungen nach EN 10204 immer der Hersteller sein, der damit auch die Übereinstimmung der gelieferten Produkte mit den Anforderungen in der Bestellung bestätigt. Auch in der Druckbehälterrichtlinie EG 97/23/EG wird im Anhang I Absatz 7.3 gefordert, dass für alle Werkstoffe vom Werkstoffhersteller ausgefertigte Unterlagen eingeholt werden, durch die die Übereinstimmung mit einer gegebenen Vorschrift bescheinigt wird. Im Zusammenhang mit der DGRL steht die mandatierte Norm EN 764-5 Druckgeräte, Prüfbescheinigungen für metallische Werkstoffe und Übereinstimmung mit der Werkstoffspezifikation, in der Prüfbescheinigungen nach der ebenfalls mandatierten Norm EN 10204 aufgeführt sind. Die damalige Ausgabe von EN 10204 (1991+A1:1995) enthielt für das 3.1.B-Abnahmeprüfzeugnis noch nicht den Hinweis auf den Hersteller. Da stand der Werkssachverständige des Herstellers als der Verantwortliche für die Übereinstimmungsbestätigung drin. Der wiederum ist aber nicht automatisch der gesetzliche Vertreter/Bevollmächtigter der juristischen Person, nämlich der Firma.

Um nun EN 10204 nicht im Widerspruch zu der Druckgeräterichtlinie zu haben, musste bei den Abnahmeprüfzeugnissen der Hersteller (übrigens wie auch bei 2.1 und 2.2 schon längst genormt, der Hersteller als Aussteller/Herausgeber und Bestätiger der Übereinstimmung festgelegt werden. Die Rolle des Abnahmebeauftragten reduziert sich somit auf die sachliche Feststellung und Bestätigung, dass die von ihm ermittelten, verifizierten oder und/oder validierten Prüfergebnisse die Bestellanforderungen, sprich die dort zitierten Normen/Spezifikationen usw., erfüllen. Logischerweise trifft dies nur auf die im Zeugnis aufgeführten Ergebnisse und nicht auf alle Eigenschaften des Produktes zu.

Möchte ein Hersteller vermeiden, dass zwei getrennte Personen seines Unternehmens ein Abnahmeprüfzeugnis unterschreiben, dann muss er den Abnahmebeauftragten unter Beachtung der gesellschaftsrechtlich relevanten Bestimmungen zusätzlich bevollmächtigen, in seinem Namen auch die komplette Übereinstimmung/Konformität zu bestätigen. Dies muss dann beim Namen der Person durch die Hinzufügung von z.B. ppa, i.V., i.A. gekennzeichnet sein und zusätzlich muss noch das Wort Abnahmebeauftragter dabei stehen.

Produktkonformität und Prüfbescheinigungen
Ing. Ingolf Friederici

Ing. Ingolf Friederici

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Über den Experten

Ingolf Friederici, Experte für Managementsysteme, Konformitätsfragen und zugehörige Normen, führt seit vielen Jahren Seminare und Workshops durch, schwerpunktmäßig als unternehmensindividuell gestaltete Inhouse-Veranstaltungen.

Im expert Verlag, Tübingen, erschien kürzlich sein Buch "Konformität von Produkten - Gesetzliche Anforderungen, Konformitätsbewertungen, Konformitätsdokumente, Prüfbescheinigungen".

Rückfragen beantwortet Herr Friederici gern auch telefonisch unter Tel. 036601 / 556544.

ingolf.friederici@gmail.com