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27.01.2011 4. Aussteller und bestätigende Personen
Frage & Antwort

4.49 Funktion des Abnahmebeauftragten

Wir beziehen Rohmaterial in Stangenform von unseren Stangenlieferanten und erhalten dafür auch die entsprechenden Prüfzeugnisse. Intern wurde bei uns ein Abnahmebeauftragter benannt, der nun gegenüber den Kunden in einem Firmeneigenen Formular (unter Verwendung der Daten des Stangenlieferants) die Materialeigenschaften (elektronisch unterzeichnet) bestätigt. Insbesondere bei Spezialmaterialien oder mitentwickelten Legierungen steht dies vor dem Hintergrund des Wettbewerbsvorteils.
Ist dies aus Ihrer Sicht legitim? Unterzeichner des firmeneigenen Formulars wäre dann Person XXX, Abnahmebeauftragter, richtig ? Müssen noch weitere Vorraussetzungen erfüllt werden? Muß das Dokument händisch unterzeichnet werden, oder genügt dies in maschineller Druckschrift?

Ich suche noch nach einem Muster - Benennugsschreiben zu eben einem solchen Abnahmebeauftragten. Wo kann ich so eines finden?

Vielen Dank schonmal vorab für Ihre Hilfe.

Antwort:

Sie können mit Ihren Kunden natürlich alles Mögliche vereinbaren, auch dass Sie die Prüfdaten Ihrer Vorerzeugnisse aus den Herstellerzeugnissen übernehmen und zusammen mit ihren eigenen Prüfdaten in einem gemeinsamen Dokument unterbringen. Nur ist das dann eben kein Werkszeugnis 2.2 oder Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204. allenfalls "in Anlehnung an EN 10204".

In Abschnitt 6 der Norm ist eindeutig geregelt, wie Prüfbescheinigungen der eigentlichen Hersteller weiterzugeben sind (im Original oder unveränderter Kopie). Sie als Fa. Siedle können nur APZ 3.1 für die Eigenschaften ausstellen, die sie selbst ermittelt haben. Und Sie müssen zwangsläufig dazu für die bereits geprüften Eigenschaften die Vorzeugnisse beistellen.

Ein kleines Schlupfloch gibt es aber: Sie könnten in der Tat ein Gesamtzeugnis erstellen und dort die Vorwerte übernehmen mit dem Hinweis, das sie aus dem bei Ihnen vorliegenden Originalzeugnis des Herstellers entnommen sind. Ob Ihr Kunde aber damit zufrieden ist, dass Sie dessen Namen verschweigen. muss dahingestellt bleiben.

Ein interessantes Problem liegt darin, dass seit der letzten Ausgabe Jan. 2005 von EN 10204 auch die APZ 3.1 eine Übereinstimmungserklärung der gelieferten Ware zu den Anforderungen aus der Bestellung beinhaltet, was zuvor nicht der Fall war. Das würde bedeuten, falls Sie Ihre Vorlieferanten bzw. deren Zeugnisse nicht weitergeben, dass Sie in der Rolle des "Quasilieferanten" für alle Eigenschaften des von Ihnen ausgelieferten Produktes die uneingeschränkte Verantwortung ihrem Vertragspartner gegenüber übernehmen würden. Wollen Sie das?

Hinsichtlich der Frage der Unterzeichnung des APZ 3.1 gibt es im Forum bereits zahlreiche Fragen und Antworten. Schauen Sie dort einmal nach. In Kürze: Theoretisch sind 2 Unterschriftsakte erforderlich. Einmal muss jemand im Namen der Firma die Übereinstimmung der gelieferten Ware mit den Anforderungen aus der Bestellung (Konformität) bestätigen und zum anderen muss ein Abnahmebeauftragter die Übereinstimmung der Prüfergebnisse bestätigen. Dies kann in Personalunion geschehen, wenn die betreffende Person beide Berechtigungen erhält (z.B. Sachgebietsvollmacht und Beauftragung zum Abnahmebeauftragten, siehe auch Musterschreiben [PDF, 16 KB] ).

Hinsichtlich der Frage der händischen oder elektronischen Unterschrift stellt EN 10204 keine präzisen Forderungen. Bei elektronischem Verfahren muss m.E. aber auf diese Tatsache hingewiesen werden und darauf, dass es ein System gibt, das Missbrauch verhindert.

Produktkonformität und Prüfbescheinigungen
Ing. Ingolf Friederici

Ing. Ingolf Friederici

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Über den Experten

Ingolf Friederici, Experte für Managementsysteme, Konformitätsfragen und zugehörige Normen, führt seit vielen Jahren Seminare und Workshops durch, schwerpunktmäßig als unternehmensindividuell gestaltete Inhouse-Veranstaltungen.

Im expert Verlag, Tübingen, erschien kürzlich sein Buch "Konformität von Produkten - Gesetzliche Anforderungen, Konformitätsbewertungen, Konformitätsdokumente, Prüfbescheinigungen".

Rückfragen beantwortet Herr Friederici gern auch telefonisch unter Tel. 036601 / 556544.

ingolf.friederici@gmail.com