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08.12.2011 3. Konformitätsaussagen und Prüfergebnisse
Frage & Antwort

3.38 Abnahmeprüfzeugnissen EN10204-3.1 ohne Prüfergebnisse

Sehr geehrter Herr Friederici,

unsere Kunden erwarten von uns Abnahmeprüfzeugnisse EN10204-3.1 für Dimensionsprüfungen an Maschinenteilen. Dabei wird seitens der Kunden ein Zeugnis (unterschrieben von einem unabhängigen AB) akzeptiert, in dem bescheinigt wird, dass das Bauteil zeichnungsgerecht ist.

Wir möchten verständlicherweise keine Masswerte und schon gar keine Zeichnungsanforderungen den Kunden gegenüber kommunizieren. Diese Praxis ist bei einem ISO9001:2008 Audit aufgefallen, da es sich nach Ansicht der Auditoren nicht um Prüfergebnisse (das wäre ein Maßprotokoll) sondern um Prüfergebnisbewertung handelt.

Sollte unsere Vorgehensweise tatsächlich nicht korrekt sein, wie können wir unseren Kunden normgerecht Dimensionsprüfungen mit unabhängigen AB ohne Massprotokolle bescheinigen?

Antwort:

Ein APZ 3.1 erfordert unabdingbar die Angabe von Prüfergebnissen. Nun könnte man sagen, dass eine Aussage "Maße o.k." oder "Maße zeichnungsgerecht" auch als Prüfergebnis anzusehen wäre. Dem ist aber nicht so, weil bei einer "Messung", die ja tatsächlich vorgenommen wurde, immer ein Zahlenwert herauskommt, d.h. ein quantitatives Prüfergebnis. Bei anderen Prüfungen kann es durchaus vorkommen, dass ein "qualitatives" Prüfergebnis ermittelt wird und dann die Bewertung "o.k." angemessen ist.

Wenn es sich um Maschinenteile handelt, die nach Ihren Zeichnungen gefertigt werden, macht ein APZ 3.1 überhaupt keinen Sinn, da der Kunde vermutlich in seiner Bestellung überhaupt keinen Bezug auf Ihre Zeichnung nimmt. Ein APZ 3.1 (wie auch 2.1 und 2.2) erfordert jedoch zunächst glasklar eine Bestellung mit konkreten Anforderungen durch Bezugnahme auf Produktdokumente wie Normen, Zeichnungen usw. Fehlt das, geht die Forderung ins Leere. In diesem Fall kann keine Prüfbescheinigung nach DIN EN 10204 ausgestellt werden, da diese ja zwangsläufig auf die Anforderungen in der Bestellung abheben muss.

Was die spezielle Forderung nach 3.1 mit dem ausdrücklichen Verweis auf den "unabhängigen" Abnahmebeauftragten angeht, hat der Kunde offenbar keine Ahnung, was sich dahinter verbirgt. Was sich die Auditoren bei ihrer Beanstandung gedacht haben, erschließt sich mir auch nicht so ganz. Man muss dabei wissen, dass alle Prüfbescheinigungen nach DIN EN 10204 (2.1, 2.2, 3.1, 3.2) eine einheitliche Übereinstimmungserklärung des Herstellers (juristische Person) enthalten muss, dergestallt, dass zum Ausdruck kommt, dass die Lieferung die Anforderungen aus der Bestellung erfüllt, z.B. mit einem Satz "Die technischen Anforderungen aus der Bestellung sind erfüllt" oder "Die Lieferung ist konform mit den technischen Lieferbedingungen aus der Bestellung". Im Falle 3.1 werden dann zusätzlich die aufgeführten Prüfergebnisse (nach Vergleich mit den Anforderungen) durch den Abnahmebeauftragten als ausreichend bestätigt. Wenn der Abnahmebeauftragte die Firma rechtmäßig vertreten darf, z.B. mittels Sachgebietsvollmacht (oder höher), kann er auch die Übereinstimmungserklärung unterschreiben.

Fazit: Ohne Bezugnahme auf ein Dokument, in dem konkrete Anforderungen an das Produkt festgelegt sind, kann keine der in DIN EN 10204 genormten Prüfbescheinigungen ausgestellt werden!

Produktkonformität und Prüfbescheinigungen
Ing. Ingolf Friederici

Ing. Ingolf Friederici

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Über den Experten

Ingolf Friederici, Experte für Managementsysteme, Konformitätsfragen und zugehörige Normen, führt seit vielen Jahren Seminare und Workshops durch, schwerpunktmäßig als unternehmensindividuell gestaltete Inhouse-Veranstaltungen.

Im expert Verlag, Tübingen, erschien kürzlich sein Buch "Konformität von Produkten - Gesetzliche Anforderungen, Konformitätsbewertungen, Konformitätsdokumente, Prüfbescheinigungen".

Rückfragen beantwortet Herr Friederici gern auch telefonisch unter Tel. 036601 / 556544.

ingolf.friederici@gmail.com