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28.01.2010 3. Konformitätsaussagen und Prüfergebnisse
Frage & Antwort

3.30 Anforderung an ein Abnahmeprüfzeugnis nach 3.1

In der DIN EN 10204 fordert ein Abnahmeprüfzeugnis nach 3.1 ... die in der Bestellung festgelegten Anforderu

In unserem Fall handelt es sich speziell um Schichtstärken von Oberflächenbeschichtungen.

Jetzt habe ich dazu zwei Fragen, erlaubt dieses Abnahmeprüfzeugnis nach 3.1 auch attributive Aussagen wie i.O. oder n.i.o. oder müssen tatsächliche Messwerte sowie min. max. Werte aus entsprechenden Zeichnungen in das Abnahmeprüfzeugnis übernommen werden und zweitens, ist es zulässig entsprechende Messwerte auf einem getrennten Messprotokoll zu liefern welches keinen direkten Bezug zum Abnahmezeugnis hat.

Wir haben verschiedene Lieferanten und jeder interpretiert diese Norm anders.

Antwort:

Dies ist wieder einmal eine der Fragen, die an die Substanz der Norm EN 10204 und ihrer "Vergewaltigung" herangeht und wo sich Marktgepflogenheiten und Normtext oft diametral gegenüber stehen. Aber versuchen wir es mit einer Antwort.

Nach der Neuausgabe der Norm im Januar 2005 hat sich beim APZ 3.1 etwas Entscheidendes geändert. Im Gegensatz zu früher, wo es nur um die Bestätigung der Prüfergebnisse durch den Abnahmebeauftragten ging, was auch heute noch gilt, muss jetzt der Hersteller (nicht der Abnahmebeauftragte) die Übereinstimmung (Konformität) des Liefergegenstandes mit den Anforderungen aus der Bestellung bestätigen. Das bedeutet, dass er alle in der Bestellung und den darin aufgeführten technischen Lieferbedingungen inkl. Zeichnungen enthaltenen Eigenschaftsmerkmale als erfüllt bestätigt. Dies ist z.B. im Falle eines Stahlbleches oder eines Stahlrohres recht einfach.

In dem vorliegenden Fall geht es aber lediglich um die gewünschte Bestätigung des Eigenschaftskollektivs "Oberflächenbeschichtung".

Die Beschichtungsfirma kann natürlich nur für die von ihr erzeugten Eigenschaften (eben die der Beschichtung) eine Konformitätsaussage treffen. Dies führt zu Formulierungsschwierigkeiten. Weiterhin ist zu befürchten, dass die Firma nicht über einen ordnungsgemäß installierten "Abnahmebeauftragten" verfügt, der ja bei 3.1 im Spiel ist.

EN 10204-3.1 ist also denkbar ungeeignet. Mit Abstand ehrlicher und für beide Teile zweckmäßiger wäre ein Dokument, das z.B. "Prüfprotokoll" heißt (ohne Bezug auf eine Norm, also auch ohne besondere formalen Anforderungen). In ihm können dann die Prüfergebnisse in der vereinbarten Form aufgenommen und vom Prüfer selbst bestätigt werden.

Ob bei der Bestätigung der Prüfergebnisse eine qualitative Aussage wie "ok" oder "bestanden" oder "i.O." oder ob eine quantitative Aussage mit Angabe von Zahlenwerten (Messwerten) erfolgt, hängt von der Art der betreffenden geprüften Eigenschaft ab. Bei der Prüfung einer Oberflächenbeschichtung kommt beides vor. Die Schichtdicke würde man als Messwert angeben können, während das Ergebnis einer Gitterschnittprüfung eher mit "i.O." angegeben werden könnte. Gegebenenfalls muss bei der Bestellung vereinbart werden, was in Frage kommen soll.

Fordern Sie also zukünftig bei Ihren Zulieferern für solche Beschichtungen ein "Prüfprotokoll" an und vereinbaren Sie klar, welche Eigenschaften mit qualitativer oder quantitativer Aussage dokumentiert werden sollen. Da es sich ja offenbar um eine laufende Angelegenheit handelt, würden Sie sich und ihren Lieferanten einen großen Gefallen tun, wenn Sie dazu ein einheitliches Formblatt entwickeln und den Lieferanten als Datei zur Verfügung stellen.

Produktkonformität und Prüfbescheinigungen
Ing. Ingolf Friederici

Ing. Ingolf Friederici

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Über den Experten

Ingolf Friederici, Experte für Managementsysteme, Konformitätsfragen und zugehörige Normen, führt seit vielen Jahren Seminare und Workshops durch, schwerpunktmäßig als unternehmensindividuell gestaltete Inhouse-Veranstaltungen.

Im expert Verlag, Tübingen, erschien kürzlich sein Buch "Konformität von Produkten - Gesetzliche Anforderungen, Konformitätsbewertungen, Konformitätsdokumente, Prüfbescheinigungen".

Rückfragen beantwortet Herr Friederici gern auch telefonisch unter Tel. 036601 / 556544.

ingolf.friederici@gmail.com