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26.06.2007 3. Konformitätsaussagen und Prüfergebnisse
Frage & Antwort

3.11 Übernahme von Daten der Vorproduktion

Ich bin Leiter der Abnahme in einem großen Handelsunternehmen, in dem neben dem Handel von Halbzeugen wie Blechen, Rohren usw. auch Weiterverarbeitungen mit und ohne Veränderung vorheriger Eigenschaften geschehen. Ich verstehe nun die Welt nicht mehr! Da ist uns jahrelang eingebläut worden, dass ein Händler (gemäß Abschnitt 6 der neuen Norm, alter Abschnitt 4) nur Originale oder Kopien des Herstellers ohne Veränderungen weitergeben darf.

Jetzt aber ist bei den APZ 3.1 und 3.2 ein völlig neuer Absatz (in Abschnitt 4.1 und 4.2) eingefügt worden, der Herstellern die Übernahme von Daten der Vorproduktion gestattet, wobei die Art der Übernahme offen ist und lediglich die Rückverfolgbarkeit gefordert ist. Außerdem soll er die entsprechende Prüfbescheinigung vorlegen können. Wem eigentlich?

In der reinen Händlerfunktion dürfen wir etwas nicht, was wir als Weiterverarbeiter (der gleichen Materialien) und Hersteller veränderter oder neuer Eigenschaften nun dürfen. Da blicke einer noch durch!

Und wie soll das praktisch aussehen? Wenn wir Prüfergebnisse aus den Vorgängerdokumenten abschreiben und in unser Dokument integrieren, ist für unseren Kunden nicht mehr ersichtlich, wer diese Prüfergebnisse zu vertreten hat. Er erkennt noch nicht einmal, dass die nicht von uns stammen.

Antwort:

Vielleicht ist das ja bisher noch nicht vielen Anwendern der Norm aufgefallen! Aber hier hat ein Paradigmenwechsel stattgefunden, der noch weitreichende Folgen und viel Auseinandersetzungen zwischen Kunden und Lieferanten mit sich bringen kann. Es ist ja geradezu eine Diskriminierung des Handels, wenn er keine Datenübertragung von einem Dokument in das andere vornehmen darf, sondern das Originaldokument (oder unveränderte Kopie) mitliefern muss, dafür aber ein Weiterverarbeiter (in der Norm auch Hersteller genannt) solche Daten übertragen darf. Dass er natürlich das Dokument, aus dem er abgeschrieben hat, bei sich archivieren muss, ist klar. Damit ist die Forderung in der Norm, dass er dieses Dokument "vorlegen kann", auch erfüllbar. Wann mit einer solchen Vorlagepflicht zu rechnen ist, lässt die Norm jedoch offen; wahrscheinlich auf Verlangen des Bestellers!

Wenn jetzt ein Händler zugleich auch als Weiterverarbeiter der gleichen Vorprodukte tätig ist und somit zum (teilweisen) Hersteller, dann wird die Geschichte tiefschwarz. Ich empfehle Ihnen zurzeit dringend, auch für den Fall, wo Sie als Weiterverarbeiter auftreten, die Ursprungszeugnisse mit an Ihren Kunden zu geben und nur die Prüfergebnisse in einem eigenen Dokument aufzuführen, die Sie ermittelt haben.

Achtung! Jetzt kommt etwas sehr Wichtiges:

Wenn Sie für das von Ihnen hergestellte Produkt nun ein APZ 3.1 ausstellen und die Übereinstimmung des Produktes mit den Anforderungen in der Bestellung erklären (uneingeschränkte Konformitätsaussage), würden Sie alle Eigenschaften in den zitierten Bestellanforderungen (auch die versteckten) als konform bestätigen und dafür geradestehen müssen.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie die Originalbescheinigungen (oder Kopien) in Ihre Dokumentation aufnehmen (und nicht abschreiben), weil darin ja von den Vormaterialherstellern die Übereinstimmung bestätigt ist und Sie darauf vertrauen konnten und keine eigene Erklärung dafür abgeben müssen. Schauen Sie sich im Buch "Produktkonformität" das Bild 3.4 in Abschnitt 3.6.1 an. Dort ist ein Ausweg aufgezeigt, wo Sie um die Ausstellung einer Prüfbescheinigung streng nach DIN EN 10204 herumkommen können und dennoch die Daten aus dem eigentlichen Dokument (des Herstellers) abschreiben können.

Produktkonformität und Prüfbescheinigungen
Ing. Ingolf Friederici

Ing. Ingolf Friederici

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Über den Experten

Ingolf Friederici, Experte für Managementsysteme, Konformitätsfragen und zugehörige Normen, führt seit vielen Jahren Seminare und Workshops durch, schwerpunktmäßig als unternehmensindividuell gestaltete Inhouse-Veranstaltungen.

Im expert Verlag, Tübingen, erschien kürzlich sein Buch "Konformität von Produkten - Gesetzliche Anforderungen, Konformitätsbewertungen, Konformitätsdokumente, Prüfbescheinigungen".

Rückfragen beantwortet Herr Friederici gern auch telefonisch unter Tel. 036601 / 556544.

ingolf.friederici@gmail.com