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19.11.2019 2. Formale Anforderungen (Inhalte, Form)
Frage & Antwort

3.1 Zeugnis inklusive Übereinstimmung mit Anforderungen...

Nach diversen Umstrukturierungen innerhalb unserer Firma ernennt neuerdings der Leiter operative Qualität die Abnahmebeauftragten. Damit hätte ich prizipiell meinen Frieden, wenn neben der Bewertung der spezifischen Prüfungen nicht auch noch die Übereinstimmung mit allen Anforderungen der Bestellung, also Produktkonformität, Bestandteil eines 3.1 Zeugnisses wäre. Aus meiner Sicht müsste der Hersteller (mit Sachgebietsvollmacht) hier auch noch eine Unterschrift leisten.

Mit dieser Thematik bin ich nun an mein Management herangetreten. Unser Management hat zwar ein offenes Ohr, fragt aber im gleichen Atemzug, woher denn diese Anforderung kommt. Somit meine Frage: Außer in diesem Forum finde ich bei meiner Recherche nichts, was die Anforderung (Bewertung von spezifischen Prüfergebnissen - durch Abnahmebeauftragten / Konformität - durch Hersteller und Notwendigkeit einer Sachgebietsvollmacht, falls das in Personalunion praktiziert werden soll), untermauert. Können Sie mir hier einen Tipp geben, um gegenüber meinem Management sattelfest argumentieren zu können?

Antwort:

Die Ernennung des Abnahmebeauftragten durch eine Leitungsstelle der oberen Ebene unterhalb der Geschäftsführung geht völlig in Ordnung. Allerdings müssen dabei Regelungen des HGB beachtet werden.
Prüfbescheiniogungen nach EN 10204 sind ebenso wie die Konformitätserklärungen des Anbieters nach ISO/IEC 17050 "Urkunden" wie z.B. das Zertifikat über eine ISO 9001-QM-Systemzertifizierung, ein Zeugnis einer Schule usw. EN 10204/ISO/IEC 17050-Dokumente enthalten ebenso wie diese anderen Zeugnisse/Zertifikate einen abgeschlossenen, nicht mehr veränderbaren Ergebniszustand (nach durchgeführten Prüfungen).

In ISO/IEC 17050 heißt es, dass das Dokument unterzeichnet wird "für und im Namen von" Firma xy. Der Aussteller ist also die Firma und der Unterzeichner der berechtigte Erfüllungsgehilfe. Gleichermaßen ist das auch für die EU-Konformitätserklärungen geregelt. So ist das auch bei EN 10204 zu sehen, wo ebenfalls der Hersteller (als juristische Person) der Aussteller ist, der die Konformität bestätigt. Und dafür ist dann eine natürliche Person als Erfüllungsgehilfe (für und im Namen von) zuständig. Dafür benötigt die Person nach HGB mindestens Sachgebietsvollmacht (i.A.), kann natürlich auch i.V., ppa. sein.

In der Regel führen Unternehmen Listen mit den Bevollmächtigten im Hinblick auf Unterschriften.

Diese Regelung gilt für alle vier Arten (2.1, 2.2, 3.1, 3.2). Für 3.1 und 3.2 sagt nun die Norm, dass der Abnahmebeauftragte in der Bescheinigung die Prüfergebnisse bestätigt.. Das ist die technisch-fachliche Bestätigung, dass die angegebenen Prüfergebnisse die Bestellanforderungen erfüllen (und nur für die betreffenden Eigenschaften). Für alle anderen gilt die Konformitätsbestätigung des Herstellers.

Zweckmäßigerweise wird man also einen Abnahmebeauftragten benennen, der zugleich eben die Firma mindestens mit i.A. vertreten kann. Im Übrigen verbindet sich mit so einer Verpflichtung für den Unterzeichner kein größeres Risiko, da er nach draußen stets unter den Arbeitnehmerschutz fällt und ausschließlich die Firma (als juristische Person) bei fehlerhaften Dokumenten in Anspruch genommen werden kann.

Produktkonformität und Prüfbescheinigungen
Ing. Ingolf Friederici

Ing. Ingolf Friederici

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Über den Experten

Ingolf Friederici, Experte für Managementsysteme, Konformitätsfragen und zugehörige Normen, führt seit vielen Jahren Seminare und Workshops durch, schwerpunktmäßig als unternehmensindividuell gestaltete Inhouse-Veranstaltungen.

Im expert Verlag, Tübingen, erschien kürzlich sein Buch "Konformität von Produkten - Gesetzliche Anforderungen, Konformitätsbewertungen, Konformitätsdokumente, Prüfbescheinigungen".

Rückfragen beantwortet Herr Friederici gern auch telefonisch unter Tel. 036601 / 556544.

ingolf.friederici@gmail.com