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29.09.2007 1. Arten von Prüfbescheinigungen und Konformitätsdokumenten
Frage & Antwort

1.16 EN 10204 vs. DIN 55350-18 vs. ISO 17050-1

Heute erhielt ich von einem Kunden die Forderung nach einer Konformitätserklärung von Anbietern nach ISO 17050-1.

Kann mir jemand helfen, was genau darunter zu verstehen ist, denn die Muster die ich zu dieser Norm im Internet gefunden habe, sehen aus wie Prüfbescheinigungen nach EN 10204 oder bzw. Herstellerprüfzertifikat nach DIN 55350-18.

Sehr hilfreich wäre es, zur

1. EN 10204
2. DIN 55350-18
3. ISO 17050-1

zu erfahren

- wann diese Zertifkate erstellt werden?
- wer diese Zertifikate ausstellen darf?
- welche Prüfungen vor Ausstellung erfolgt sein müssen?

Vielen Dank im Voraus

Antwort:

Hier in Kürze eine zusammenfassende (aber nicht vollständige) Antwort:

Alles, was Sie im Internet als Muster gefunden haben, ist vermutlich Schrott!!!
Auch gibt es keine „vergleichbaren“ Dokumente aus den 3 Normen!

EN 10204 beschreibt Prüfbescheinigungen (2.1, 2.2, 3.1 und 3.2), in denen der Hersteller die Übereinstimmung der Lieferung mit den Anforderungen in der Bestellung bestätigt.

  • Bei 2.1 ohne Angabe von Prüfergebnissen;
  • bei 2.2 mit Angabe statistische Prüfergebnisse (für Merkmale, die vom Besteller als mit Prüfergebnissen zu belegen angegeben werden müssen),
  • bei 3.1 mit Angabe von Prüfergebnissen aus Prüfungen an der Lieferung selbst bzw. an zugehörigen Prüfeinheiten (auch hier muss der Besteller die zu bestätigenden Merkmale in der Bestellung angeben). Die Prüfergebnisse werden von einem Abnahmebeauftragten des Herstellers bestätigt.
  • bei 3.2 gilt das gleiche wie bei 3.1, nur werden die Prüfergebnisse zusätzlich durch einen vom Besteller genannten Abnahmebeauftragten bestätigt.

In der Prüfbescheinigung ist die Angabe des Herstellers, des Bestellers und dessen Bestelldaten sowie der technischen Lieferbedingungen, nach denen geliefert werden soll, unerlässlich.

DIN 55350-18 beschreibt Bescheinigungen über Ergebnisse von Qualitätsprüfungen. Es gibt 8 Arten (4.11.1, 4.1.2, 4.2.1, 4.2.2, 4.3.1, 4.3.2, 4.3.3, 4.3.4 (nähere Einzelheiten siehe Broschüre oder in der Norm selbst). Solche Bescheinigungen enthalten k e i n e Konformitätsaussage für das gesamte Erzeugnis (wie bei EN 10204), sondern n u r die Prüfergebnisse für die Merkmale, die der Besteller als zu belegen festgelegt hat.
Es gibt keinen Abnahmebeauftragten (mit bestimmten Bedingungen wie in EN 10204), sondern nur den Prüfbeauftragten (an den jedoch fachliche Anforderungen gestellt werden).

In solchen Zertifikaten sind ebenfalls die Angabe des Herstellers, des Bestellers und dessen Bestelldaten sowie der technischen Lieferbedingungen, nach denen geliefert werden soll, unerlässlich. DIN 55350-18 sollte 2003 schon zurückgezogen werden, da nur von nationaler Bedeutung, auf Einspruch des BWB (Bundeswehr) sowie anderer öffentlicher Organisationen verblieb die Norm im Deutschen Normenwerk und wir deshalb teilweise noch angewendet. Für internationale Geschäfte ist sie jedoch wenig tauglich!

DIN EN ISO/IEC 17050-1 beschreibt eine einzige Form einer Konformitätserklärung des Anbieters. Schon der Begriff „Anbieter“ zeigt, dass hier offensichtlich nicht immer der eigentliche Produkthersteller gemeint ist. Hier könnte also auch ein Importeur, ein Händler, oder ein Pseudohersteller die Erklärung ausstellen.

Kernaussage ist (der in der Norm vorgeschriebene Satz) „Das oben beschriebene Produkt ist konform mit den Anforderungen der folgenden Dokumente (die dann aufzuführen sind).“

Ob und welche Prüfergebnisse zusätzlich aufzuführen sind, muss der Besteller festlegen und dem Anbieter mitteilen.

Diese internationale Norm ist 2008-01 herausgekommen und hat als internationale Norm eine weltweite Verbreitung. Sie eignet sich hervorragend für alle möglichen Produkte, Dienstleistungen und Qualifikationen, ist sehr einfach und präzise im Hinblick auf das, was in diesem Dokument zu stehen hat. Übrigens findet sich ein Neutralmuster in der Norm selbst, ausgefüllte Beispiele in der Broschüre.

Mit ihr umgeht man viele Schwierigkeiten, die EN 10204 hat, die stark aus der Stahlerzeugung geprägt ist, wo sie in den 50er-Jahren entstand.

Es kein Bezug zum Besteller und seiner Bestellung aufgenommen werden, soweit sich die Anforderungen in den aufgeführten Dokumenten wie Normen finden. Lediglich für den Fall, dass der Besteller eine eigene Lieferspezifikation anführt, muss auch darauf Bezug genommen werden.

Achtung: In keiner dieser 3 Normen ist in irgendeiner Weise festgelegt, welche Eigenschaftsmerkmale mit welchen Prüfverfahren und welchen Kennwerten geprüft und dokumentiert werden sollen. Sie enthalten also k e i n e Anforderungen an die Produkte selbst!!

Produktkonformität und Prüfbescheinigungen
Ing. Ingolf Friederici

Ing. Ingolf Friederici

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Über den Experten

Ingolf Friederici, Experte für Managementsysteme, Konformitätsfragen und zugehörige Normen, führt seit vielen Jahren Seminare und Workshops durch, schwerpunktmäßig als unternehmensindividuell gestaltete Inhouse-Veranstaltungen.

Im expert Verlag, Tübingen, erschien kürzlich sein Buch "Konformität von Produkten - Gesetzliche Anforderungen, Konformitätsbewertungen, Konformitätsdokumente, Prüfbescheinigungen".

Rückfragen beantwortet Herr Friederici gern auch telefonisch unter Tel. 036601 / 556544.

ingolf.friederici@gmail.com