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24.11.2020 KVP 4.0
Frage & Antwort

Strukturwandel und Corona

Wir sind ein mittelständischer Zulieferbetrieb im Bereich Antriebstechnik und haben neben dem Strukturwandel in der Automobilindustrie vor allem auch mit der Corona Pandemie zu kämpfen. Für KVP ist bei uns nur noch sehr wenig Raum. Haben Sie eine Idee wie man trotz der Krise dennoch einen sinnvollen KVP-Prozess aufrechterhalten kann? Als Fertigungsleiter bin ich trotz oder vor allem wegen der aktuellen Probleme sehr an Verbesserungen interessiert.

Antwort:

Der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) wird immer wieder als ein zentrales Instrument angeführt, um die Ideen der Mitarbeiter in die Optimierung der Arbeitsabläufe einfließen zu lassen. Mit einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess ist das Unternehmen in der Lage, die Veränderungsgeschwindigkeit zu erhöhen und wertvolle Produktivitätszuwächse zu erschließen. Doch gerade in schwierigen Phasen oder Krisenzeiten konzentrieren sich die meisten Unternehmen mit allen zur Verfügung stehenden Ressourcen auf die anstehenden Herausforderungen. Für KVP ist in der Regel keine Zeit mehr.

Dies ist zwar eine durchaus nachvollziehbare Vorgehensweise, verhindert aber auch erfolgreiche Verbesserungen.
Um dauerhaft erfolgreich zu sein, müssen Optimierungen aber permanent stattfinden. Wer auch in schwierigen Zeiten seinen KVP aufrechterhalten und eine durchweg agile Organisation leben möchte, muss sich an die zugrundeliegenden Prinzipien des KVPs halten.

1. KVP ist Tagesgeschäft
Jeder kann immer besser werden, egal ob im Vertrieb, im Stab oder in der Produktion. Das kontinuierliche Verbessern von Prozessen ist kein Projekt, sondern Tagesgeschäft und eine Grundhaltung für das ganze Unternehmen. Jegliche Ausgrenzung bestimmter Bereiche mit dem Argument „Bei uns geht sowas nicht.“, führt zu einer kulturellen Spaltung und endet häufig in einer Verweigerungshaltung: „Wieso sollen wir uns verbessern, wenn die anderen nichts machen?“. Daher ist der KVP immer eine Aktivität für das gesamte Unternehmen und für alle Ebenen. Wird er nicht gesamthaft verankert, wird die Maßnahme auf Dauer scheitern.

2. KVP zielgerichtet implementieren
Wer Prozesse kontinuierlich auch in schwierigen Zeiten verbessern möchte, benötigt einen Ordnungsrahmen durch Kennzahlen und ein Zielsystem. Qualitäts- und Produktivitätskennzahlen geben diesen Rahmen vor: Qualitätskennzahlen beschreiben insbesondere die Prozessqualität und regeln damit die Schnittstellen zwischen den Organisationseinheiten. Ein Beispiel hierfür ist die fehlerfreie und vollständige Schichtübergabe. Beides bedarf zuvor einer Definition der Grenzwerte für ein gemeinsames Verständnis. Fehlen diese Definitionen, dann behauptet eine Seite, dass es fehlerfrei war, obwohl die andere Seite damit nicht arbeiten kann. Im Fokus steht dann nicht die Suche nach Lösungen im Sinne eines KVP sondern die Suche nach Schuldigen. Unternehmen, die den KVP schon viele Jahre erfolgreich betreiben, haben dieses Wertesystem durch Kennzahlen für jede Organisationseinheit definiert und fokussieren die Diskussion auf die Erreichung der Zielwerte.

3. KVP ist Führungsaufgabe
Der KVP ist keine Belastung, sondern eine Entlastung: Die Investition in die Verbesserung der Prozesse lohnt sich, da sie mehr Freiräume schafft. Den KVP am Laufen zu halten, gehört zu den wesentlichen Hauptaufgaben einer jeden Führungskraft. Und gerade hierin liegt ein großes Problem: Führungskräfte sind gerade in Krisenzeiten sehr unter Druck. Sie engagieren sich mit ihrer gesamten Kraft für die Bewältigung der aktuell anstehenden Probleme und haben keine Zeit und Kraft mehr für KVP. Daher muss man sich auch nicht wundern, wenn sich auch die Mitarbeiter - von denen der KVP im Grunde ausgehen sollte - zurückziehen und sich auf das Tagesgeschäft ohne KVP konzentrieren. Führungskräfte sollten sich immer wieder daran erinnern, den KVP am Leben zu halten. Das ist anfangs zwar eine zusätzliche Aufgabe. Es wird sich aber schnell zeigen, dass KVP auch in Krisen sehr hilfreich sein kann.

Wie sagte schon J.F. Kennedy: Das Wort Krise setzt sich im Chinesischen aus zwei Schriftzeichen zusammen. Das eine bedeutet Gefahr und das andere Gelegenheit. Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess bietet viele Gelegenheiten…

KVP 4.0

Unser Experte beantwortet Ihre Fragen zum Thema KVP 4.0


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Über den Experten

Prof. Dr. Hubert Vogl

Prof. Dr. Hubert Vogl ist Professor für Logistikmanagement, Betriebswirtschaft und Digitalisierung an der IUBH Internationalen Hochschule. Als Geschäftsführer eines mittelständischen Logistikdienstleisters in der Kontraktlogistik war er über 20 Jahre in der Industrie tätig. Im Mittelpunkt stand die Planung und Umsetzung von Logistik- und Montagestandorten im Supply Chain Management Umfeld sowie die Implementierung wirksamer Managementsysteme. Dr. Vogl ist zudem Auditor und EFQM-Assessor. Sein Forschungs- und Beratungsschwerpunkt liegt in den Bereichen Prozessorientierung, Reifegradentwicklung, Smart Green Supply Chain und digitale Transformation.


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