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06.11.2018 Perspektiven
Frage & Antwort

Neue Fehlerkultur und Qualitätsmanagement – ein Widerspruch?

Ich bin seit Jahrzehnten mit Leib und Seele Qualitätsmanager. In all meinen Ausbildungen, die ich absolviert habe, stand die Null-Fehler-Politik im Mittelpunkt. Ich arbeite bei einem Automobilzulieferunternehmen und auch in meiner tagtäglichen Praxis höre ich von unseren Kunden immer nur Null-Fehler, auch der geringste Fehler wird zu einem Drama stilisiert. Wer die Null-Fehler-Politik in der Automobilindustrie kennt, weiß, welche Folgen es hat, wenn Fehler auftauchen. In der Wirtschaftspresse wird nun für Deutschland eine neue Fehlerkultur gefordert. Es wird propagiert, dass Fehler machen zum Erfolg führt. Passt diese neue Fehlerkultur zu unseren bisherigen Werten des Qualitätsmanagements? Und wie sollen wir Qualitätsmanager darauf reagieren?

Antwort:

Um vor allem für junge Talente attraktiv zu sein, behaupten immer mehr Unternehmen, dass ihre Angestellten Fehler machen dürfen. Arbeitgeber wollen damit auch zeigen, dass das Unternehmen Vorreiter in der digitalen Transformation ist. Das führt allerdings zu einem großen Missverständnis: Fehlerkultur ist nicht gleich Fehlerkultur. Unternehmen, die damit werben, dass Fehler gemacht werden dürfen - geradezu diese Fehler einfordern - meinen etwas ganz anderes als Industrieunternehmen, die von ihren Zulieferern eine Null-Fehler-Kultur verlangen.

Für ein Industrieunternehmen ist ein Fehler eine Abweichung vom klar definierten Zustand. Wenn also ein Zulieferteil falsch entwickelt, produziert oder falsch geliefert wird. Diejenigen, die von einer neuen Fehlerkultur sprechen, verstehen hierunter etwas ganz anderes. Sie meinen vor allem, dass bei Produkt-Neuentwicklungen wie z. B. Softwareentwicklung oder bei der Entwicklung von neuen Ideen oder Geschäftsmodellen Fehler gemacht werden dürfen. Vor allem in der Softwareentwicklung will man mit agilen Methoden von der früheren Wasserfallvorgehensweise abrücken und die Versuch-Irrtum-Logik einführen. Für IT-Projekte oder sonstige kreativen Modellen ist dies sinnvoll und auch ein guter Fortschritt. Man darf dies allerdings keinesfalls mit der klassischen Null-Fehler-Politik vergleichen. Die bisherige Null-Fehler-Politik wird deshalb nicht abgelöst, sondern wird nur durch eine weitere Denkweise für andere Bereiche ergänzt.

Ich empfehle Qualitätsmanagern, diesen Unterschied im Unternehmen klar aufzuzeigen und diese neue Fehlerkultur keinesfalls als Ausrede für Schlampereien zu akzeptieren. Fehlleistung und Abweichung dürfen nach wie vor nicht akzeptiert werden. Eine Null-Fehler-Philosophie zu leben ist deshalb nach wie vor die Hauptaufgabe der Qualitätsmanager.

Karriereberatung

Hans Weber

Hans Weber

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Über den Experten

Hans Weber ist Geschäftsführer der Weber Consulting GmbH in München. Das Unternehmen ist seit vielen Jahren auf die Besetzung von Führungspositionen im Qualitätswesen spezialisiert.


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