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29.07.2020 IATF 16949
Frage & Antwort

Unterscheidung Nacharbeit und Reparatur

Da meine Kunden sich auf Ihre Definition berufen, fühle ich mich zu einer Diskussion genötigt.
Jetzt schreiben Sie in Ihrer Definition, dass bei der Reparatur (immer) ein Makel verbleibt, das steht aber nirgends in der Definition. Umgekehrt ist es richtig, dass bei der Nacharbeit zwingend kein Makel verbleibt.

Die IATF geht in ihrer Definition wohl davon aus, dass nur konforme Produkte verkauft werden können, denn dort ist die Erwähnung eines nicht konformen Produkts nicht gewählt.

Der einzige Unterschied zwischen Nacharbeit und Reparatur ist der, dass ich für die Reparatur vorher eine Genehmigung des Kunden einholen muss. Das bedingt aber auch, dass die Nacharbeit schon im Vorfeld genehmigt sein muss. Es handelt sich somit um einen geplanten Arbeitsgang, im PLP, der als optionaler Arbeitsgang enthalten sein muss.

Habe ich mit dem Kunden keine Nacharbeit im PLP vereinbart, kann es sich auch nicht um eine Nacharbeit handeln, sondern immer um eine Reparatur.(Denn selbst dann, wenn ich auch nur den Produktionsprozess / Maschine etc ändere, muss ich ja eine Genehmigung vom Kunden einholen).

Nach einer Reparatur kann ein nicht konformes Produkt aber durchaus wieder zu einem vollständig spezifikationskonformem Produkt werden. Der einzige Makel, der dem reparierten Produkt immer anhängt ist der, dass es nicht nach dem vereinbarten Prozess erstellt ist.

Antwort:

Ich stimme Ihnen zu; es kann durchaus sein, dass ein Produkt nach einer Reparatur vollkommen spezifikationskonform ist. Das ist aber nicht der entscheidende Punkt. Der Punkt ist die vorab einzuholende Zustimmung für die Ausführung einer Reparatur wegen des Risikos eines Makels – nach der Reparatur. Hierbei spielen auch kaufmännische Kriterien eine Rolle; will sagen, lohnt sich die Reparatur überhaupt (Nutzen/Aufwand).

IATF 16949: 8.7.1.4 Sofern vom Kunden gefordert, muss die Organisation zunächst eine Freigabe des Kunden eingeholt/erhalten haben, bevor mit der Nacharbeit des Produktes begonnen wird. Im Falle von Nacharbeit aber eben nur „wenn vom Kunden gefordert“, was im gleichen Wortlaut zwar auch in 8.7.1.5 steht, aber durch die ausdrückliche Forderung nach einer Zustimmung für Reparaturen in 8.7.1.1, zusammen mit der SI 9, „überstimmt“ wird. Ich stimme Ihnen zu, dass zu erwartende Nacharbeit als optionaler Prozessschritt in den PLP aufgenommen werden sollte. Der PLP wird im Rahmen des PPF-Verfahrens vom Kunden freigegeben und somit braucht man bei regelmäßig zu erwartender Nacharbeit keine gesonderten Zustimmungen des Kunden.

Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass Nacharbeiten per se im PLP auftauchen müssen. Dies ist bei regelmäßig zu erwartenden Nacharbeiten lediglich ein pragmatischer Weg für die erforderliche Freigabe des Kunden. Ich könnte mir die Nacharbeit theoretisch auch täglich neu vom Kunden freigeben lassen. Hierin besteht ein weiterer Unterschied zur Reparatur – diese ist in der Regel (hoffentlich) nicht von vornherein zu erwarten und kann daher auch nicht pauschal über den PLP freigegeben werden. Sollte eine regelmäßig vorkommende Nacharbeit also nicht im PLP auftauchen, handelt es sich deshalb noch lange nicht um eine Reparatur.

Die von mir dargestellte Unterscheidung ergibt sich m.E. sehr wohl aus der 9000:
3.12.8 Nacharbeit; Maßnahme an einem nichtkonformen Produkt …, damit es die Anforderungen erfüllt.
Das Produkt war also vorher nicht spezifikationskonform, erfüllt nach der Maßnahme aber die Spezifikationsforderungen.

3.12.9 Reparatur; Maßnahme an einem nichtkonformen Produkt …, um dieses für den beabsichtigten Gebrauch annehmbar zu machen.
Nach einer Reparatur erfüllt das Produkt „lediglich“ seine Funktion. Somit kann/darf es nach der Reparatur weiterhin Abweichungen zur Spezifikation haben. Daher brauche ich im Falle der Reparatur zunächst eine gesonderte Freigabe des Kunden zur Durchführung der Reparatur und darüber hinaus ggf. eine Abweichgenehmigung, bzw. Sonderfreigabe für das Produkt.

Übersicht Nacharbeit und Reparatur mit Bezug
auf Abschnitte der IATF 16949:2016 (Quelle: Hartmut Ide, IQC GmbH)

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Über den Experten

Hartmut Ide

Hartmut Ide hatte leitende Funktionen als Qualitätsmanager in der Autoindustrie inne. Seit 2008 arbeitet er als Berater für IQC - Ide Quality Consulting GmbH. Vom VDA QMC wurde er zum Mastertrainer IATF 16949 berufen. Für DGQ, VDA QMC und andere Organisationen ist er als Trainer und Prüfer für Auditoren und im QM-Bereich im Einsatz. Für das deutsche IATF Oversight Office übersetzte er den Standard IATF 16949 ins Deutsche.