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14.05.2020 IATF 16949
Frage & Antwort

Sind Integrierte Managementsysteme (IMS) überholt?

letzten Samstag habe ich mir die neuste Ausgabe vom Geschäftsprozessmanagement in der Praxis besorgt.
Den darin aufgeführten zentralen Kritikpunkt, dass der ISO-Prozessbegriff eher in die aus heutiger Sicht falsche Richtung führt (process follows structure) finde ich sehr interessant. Er enttarnt in meiner Wahrnehmung die IATF16949 als ein Regelwerk, das zu beachten, aber nicht zu überbewerten ist.

Ich war sehr erstaunt, festzustellen, dass ein Integriertes Managementsystem darin nicht erwähnt wird.
In der Vergangenheit habe ich gelernt, dass die „high level structure“ ein IMS ermöglicht und ich wollte es in unserem Unternehmen anstreben.

Ist IMS also aus heutiger Sicht überholt?

Antwort:

Ein Integriertes Managementsystem (IMS) fasst Methoden und Instrumente zur Einhaltung von Anforderungen aus verschiedenen Bereichen (z. B. Qualität, Umwelt- und Arbeitsschutz, Sicherheit) in einer einheitlichen Struktur zusammen. Durch Nutzung von Synergien und die Bündelung von Ressourcen ist – im Vergleich zu einzelnen, isolierten Managementsystemen – ein schlankeres, effizienteres Management (der Systeme) möglich. Meist geht man von einem bestehenden Managementsystem aus (häufig dem Qualitätsmanagement) und integriert die anderen Systeme. Daher haben alle Normen, welche sich mit Anforderungen an Managementsysteme beschäftigen, seitens der ISO eine einheitliche Struktur bekommen – die sogenannte HLS. Das Ziel, die eventuell bereits unabhängig voneinander existierenden Systeme in ein einheitliches Managementsystem zu integrieren, ist – völlig losgelöst von irgendwelchen Meinungen in irgendwelchen Publikationen – sinnvoll, logisch und ressourcensparend.

Ich kann daraus nicht erkennen, dass der prozessorientierte Ansatz der QM-Standards in irgendeiner Hinsicht überholt wäre. Erst durch die Prozessorientierung kann ein Wechsel von einer Aufbauorganisation (feste Strukturen und Abteilungen) hin zu einer Ablauforganisation (Kundenorientierung, intern und extern) erfolgen. Bekommt eine Organisation in diesem globalen Wettbewerb diesen Paradigmenwechsel nicht zeitnah hin, wird sie in naher Zukunft keine Kunden mehr finden, die ihre Produkte zum verlangten Preis kaufen, weil andere dieselbe Qualität zu einem niedrigeren Preis anbieten.

Es mag sein, dass die IATF 16949 im Vergleich zur ISO 9001:2015 in dieser Hinsicht etwas rückständig ist und den Gedanken, dass die Organisation sich selbst um ihre Zukunftssicherung und Wettbewerbsfähigkeit (durch schlanke Prozesse) kümmern muss, noch nicht vollständig umgesetzt hat. Die IATF 16949 ist von den OEMs geschrieben worden und die haben dreierlei Interessen:
1. Das Endmontageband darf unter keinen Umständen aufgrund von Lieferproblemen bei einem Lieferanten zum Stillstand kommen.
2. Haftungsprävention
3. Gewinnmaximierung durch Verringerung der Herstellkosten (bei den Lieferanten)

Vergleicht man in einer ruhigen Minute einmal die Intentionen der ISO 9001 und die der IATF 16949 wird ziemlich schnell klar, dass die 9001 der zukunftsorientiertere und damit auch zeitgemäßere Standard ist. Sicherlich müssen Sie die IATF 16949 unter diesem Gesichtspunkt nicht überbewerten, aber wenn Sie die Forderungen dieses Standards nicht erfüllen, dürfte Ihnen ein Großteil Ihrer Kunden – nämlich die Automobilindustrie – wegbrechen. Das sollten Sie ggf. zunächst mit Ihrer Geschäftsführung abstimmen.

IATF 16949

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Über den Experten

Hartmut Ide

Hartmut Ide hatte leitende Funktionen als Qualitätsmanager in der Autoindustrie inne. Seit 2008 arbeitet er als Berater für IQC - Ide Quality Consulting GmbH. Vom VDA QMC wurde er zum Mastertrainer IATF 16949 berufen. Für DGQ, VDA QMC und andere Organisationen ist er als Trainer und Prüfer für Auditoren und im QM-Bereich im Einsatz. Für das deutsche IATF Oversight Office übersetzte er den Standard IATF 16949 ins Deutsche.