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18.05.2018 IATF 16949
Frage & Antwort

Prozesslandschaft und Prozessziele

Im Zuge eines Zertifizierungsverfahrens nach IATF 16949:2016 wurde vom Zertifizierer die These aufgestellt, dass es zu allen in der obersten Ebene der Prozesslandschaft einer Organisation ausgewiesenen Prozesse (in unserem Fall 10) auch mindestens eine Kennzahl (Zielgröße) geben müsse. Da es aber auch Prozesse gibt, die nicht mit einer sinnvollen Kennzahl zu belegen sind, wurden auf dieser obersten Ebene auch 3 weitere Prozesse angelegt, die formal als unterstützende Leistung bezeichnet werden.

Nun wurde die Empfehlung ausgesprochen, diese 3 Prozesse irgendwo unterhalb der anderen 10 Prozesse anzulegen, um damit der "Norm zu entsprechen". Ist diese Empfehlung des Auditors korrekt oder kann die Organisation selbst bestimmen, wie Ihre Prozesslandschaft (oberste Ebene) aussieht?

Antwort:

Zu dem Thema Prozesslandschaft hatte ich ja bereits Stellung genommen. Schauen Sie dort ggf. auch noch einmal nach:
Prozesslandschaft

Speziell zu Ihren Fragen: Grundsätzlich steht es mir nicht zu, Bewertungen eines Zertifizierungsauditors zu kritisieren. Das wäre die Aufgabe des IATF Oversight Offices in Deutschland (VDA QMC). Daher bleibe ich bei den konkreten Vorgaben der DIN EN ISO 9001 und der IATF 16949. Abschnitt 4.4.1 der 9001: "Die Organisation muss die Prozesse bestimmen, die für das Qualitätsmanagementsystem benötigt werden." Das heißt auch, dass Sie bestimmen, welche Prozesse in einer Prozesslandschaft dargestellt werden.

Sie müssen hier überhaupt nichts tun, um den Normen gerecht zu werden. Die beiden Standards können höchstens Prozesse fordern, wie es die IATF an 26 Stellen auch tut, aber sie können Ihnen nicht vorschreiben, wie Ihre Landschaft aussieht. Es ist Ihr QMS, weder das des Kunden, noch das QMS der IATF oder das des Zertifizierungsauditors.

5.1.1.2 der IATF fordert allerdings für die Produktrealisierungsprozesse und deren Unterstützungsprozesse - und zwar nur für diese - Kennzahlen zu Prozesseffektivität und -effizienz. Der Grund hierfür ist erstens, dass die Produktion ohne funktionierende Unterstützer zum Stillstand kommen könnte und Sie hierdurch potenziell lieferunfähig werden könnten. Zweitens ist eine wesentliche Intention der IATF 16949 die fortlaufende Verringerung von Streuung und Verschwendung in der Lieferkette (s. Abschnitt "Ziele" im Vorwort). Der Fokus hinsichtlich der Kennzahlen liegt also auf den Produktionsprozessen und deren Unterstützern (Abschnitte 7 und 8), nicht auf irgendwelchen "weiteren Prozessen", wie Sie es nannten.

Es gibt auch keine Forderung, dass alle Prozesse auf der obersten Ebene der Prozesslandschaft mit Kennzahlen zu belegen sind. Die Automobilindustrie will ganz einfach tolle Teile für tolle Autos zu günstigen Preisen - und zwar aus robusten Produktionsprozessen, um keinen Bandstillstand im Endmontagewerk zu haben. Alle Forderungen der IATF sind daher direkt oder indirekt auf diese tollen Teile ausgerichtet, bzw. auf deren Produktion. (Steht schon im Untertitel auf dem Deckblatt der IATF.)

IATF 16949

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Über den Experten

Hartmut Ide

Hartmut Ide hatte leitende Funktionen als Qualitätsmanager in der Autoindustrie inne. Seit 2008 arbeitet er als Berater für IQC - Ide Quality Consulting GmbH. Vom VDA QMC wurde er zum Mastertrainer IATF 16949 berufen. Für DGQ, VDA QMC und andere Organisationen ist er als Trainer und Prüfer für Auditoren und im QM-Bereich im Einsatz. Für das deutsche IATF Oversight Office übersetzte er den Standard IATF 16949 ins Deutsche.