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19.12.2017 IATF 16949
Frage & Antwort

Interpretation "ausgegliederter Prozesse"

Im IATF-Standard, Seite 18, steht als Definition für ausgegliederte Prozesse: "Funktionen (oder Prozesse) der Organisation, die durch externe Anbieter ausgeführt werden"

Beispiel "Rework-Aktionen beim Kunden": Entweder machen das unsere Mitarbeiter oder eine externe Firma nach unseren Vorgaben. Dann spricht man von "ausgegliedertem Prozess", weil die Verantwortung durch unsere Vorgabendokumente bei uns liegt.

Wenn allerdings die externe Firma diese Arbeit nicht nach unseren Vorgaben, sondern durch Einarbeiten unserer Vorgaben in deren Vorgabedokumente durchführt, dann ist es eine Dienstleistung. Die Verantwortung liegt dann beim Dienstleister.Ansonsten wären doch alle Lieferanten und Dienstleistungen als ausgegliederter Prozess zu verstehen. Dann müsste man sich fragen, warum es im Standard die Definition "extern bereitgestellte Prozesse, Produkte oder Dienstleistungen" gibt?

Antwort:

Ja, alle von externen Anbietern (Lieferanten und Dienstleistern) erbrachten Leistungen können als ausgegliederte Prozesse verstanden werden. Die Definition "extern bereitgestellte Prozesse, Produkte oder Dienstleistungen" ist das Pendant dazu im Jargon der ISO 9001 und steht meines Erachtens nicht im Widerspruch hierzu.

Es passt zu meiner Interpretation "extern = ausgegliedert". Schauen Sie doch mal in die Zertifizierungsvorgaben, dort wird im Anhang 4 sehr eindeutig erklärt, was eine "verlängerte Werkbank" ist. Die Definition des Begriffs "nichtproduzierender Standort" in Kapitel 10 unterstreicht ebenfalls meine These. Wenn Ihr Ansatz stimmen würde, würde sich die Frage stellen, warum die Namen und Adressen aller verlängerten Werkbänke auf dem Zertifikat erscheinen müssen. Es ist nicht plausibel, dass dies die Namen und Adressen externer Anbieter (Lieferanten) sein sollten.

Ihr Beispiel mit der Rework-Aktion beim Kunden ist eindeutig ein ausgegliederter Prozess. Indiz: Dieser Dienstleister wird Ihnen die Menge der in Ihrem Auftrag vor Ort sortierten Teile in Rechnung stellen, resp. die dafür notwendige Zeit. Eigentlich wäre diese Sortieraktion ein interner Prozess, aber Sie haben sich entschieden, dies nicht selbst zu tun und haben daher ausgegliedert.

Wer hier die Vorgaben machte, ist nicht das Kriterium, sondern wer die Verantwortung für den Prozess übernimmt. In diesem Fall haben Sie die Verantwortung an den Dienstleister ausgegliedert. Sie müssten sich im Rahmen von Second Party Audits nun davon überzeugen, was der Dienstleister macht und ob das in Ihrem Sinne ist. Sie haben kein direktes Weisungsrecht mehr gegenüber den tatsächlich ausführenden Mitarbeitern des Dienstleisters. Dies ist eindeutig ein Kunden-Lieferantenverhältnis.

IATF 16949

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Über den Experten

Hartmut Ide

Hartmut Ide hatte leitende Funktionen als Qualitätsmanager in der Autoindustrie inne. Seit 2008 arbeitet er als Berater für IQC - Ide Quality Consulting GmbH. Vom VDA QMC wurde er zum Mastertrainer IATF 16949 berufen. Für DGQ, VDA QMC und andere Organisationen ist er als Trainer und Prüfer für Auditoren und im QM-Bereich im Einsatz. Für das deutsche IATF Oversight Office übersetzte er den Standard IATF 16949 ins Deutsche.