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17.12.2017 IATF 16949
Frage & Antwort

Interpretation ausgegliederter Prozesse

Jedes Unternehmen nutzt sogenannte "ausgegliederte" Prozesse. Mich interessiert die Interpretation der ausgegliederten Prozesse, wie sie im Kapitel 3 der IATF definiert ist. Was unterscheidet einen ausgegliederten Prozess von einer Dienstleistung?

Nach meinem Verständnis ist ein ausgegliederter Prozess einer, der in der vollständigen Hoheit der Organisation liegt. Die Organisation hat ihn also definiert: Es gibt Eingaben, Tätigkeiten, Ergebnisse und auch Kennzahlen, die die Wirksamkeit und die Effizienz des ausgegeliderten Prozesses bewerten. Lediglich die Ausführenden gehören nicht zur Organisation. Mit anderen Worten werden die Rollen nicht von der Organisation selber ausgeführt, sondern von externen Anbietern, die nicht zur Organisation gehören.

Bei Dienstleistungen dagegen bezieht die Organisation eine Dienstleistung gemäß einer Spezifkation. Die Umsetzung und damit die Prozesse, die für die Erbringung der Dienstleistung erforderlich sind, wird vom Dienstleister in Eigenverantwortung festgelegt.

Steht meine Sicht im Kontext der Definition aus der IATF?

Antwort:

Leider ist Ihre Interpretation nicht richtig. Lassen Sie es mich an einem Beispiel erklären:

Angenommen, Sie haben von einem der OEMs den Auftrag für ein komplettes Klimaanlagenmodul bekommen und akzeptiert. Dann werden Sie sich als erstes intern zusammensetzen und überlegen, ob Sie an diesem Modul wirklich alles selbst herstellen wollen. Sicherlich werden Sie zu dem Ergebnis kommen, dass es besser ist, nicht alles selbst herzustellen; z.B. werden Sie die Schrauben, das Kühlmittel, die Dichtungen, das Kunststoffgranulat usw. von entsprechend qualifizierten Lieferanten (externen Anbietern) zukaufen. Dies ist die sogenannte Make-or-Buy-Entscheidung. In dem Moment, in dem Sie sich entschieden haben, nicht alle Komponenten selbst herzustellen, haben Sie die entsprechenden Teilprozesse ausgegliedert, da Sie ja Ihrem OEM das komplette Klimaanlagenmodul als "Made by XY" verkauft haben.

Die Verantwortung für die Herstellung der o.g. Einzelteile - und damit auch für die dahinterstehenden Prozesse - haben Sie nun an die entsprechenden Lieferanten ausgelagert bzw. ausgegliedert bzw. verlagert bzw. outgesourced. Diese ausgegliederten Prozesse müssen daher nun im Rahmen Ihres Lieferantenmanagements überwacht und gesteuert werden. Sie würden also beispielsweise als Kunde am Ort der ausgegliederten Prozesse (bei den Lieferanten) Second Party Audits durchführen. Weiteres Erkennungsmerkmal für einen ausgegliederten Prozess: Auf den Rechnungen der externen Anbieter (Lieferanten) werden Ihnen gelieferte oder bearbeitete (bei Beistellung) Teile und Stückzahlen in Rechnung gestellt.

Ganz anders sieht es bei den verlängerten Werkbänken aus. Hier bleibt die Verantwortung für die an einem anderen Ort als dem eigentlichen Produktionsstandort laufenden Prozesse bei der Organisation. Die Prozesse, die in verlängerten Werkbänken ablaufen, sind die Prozesse der Organisation, fallen daher unter die Fittiche des internen QMS und müssen daher durch interne Audits abgedeckt werden (First Party). Es spielt dabei keine Rolle von wem die dort arbeitenden Kollegen ihren Lohn bekommen, sondern welche Organisation die Verantwortung für die dort laufenden Prozesse hat. Weiteres Erkennungsmerkmal für eine verlängerte Werkbank: Auf den Rechnungen der externen Anbieter werden Mieten für Gebäude, Maschinen oder auch Personal (im Sinne Arbeitnehmerüberlassung) in Rechnung gestellt - keine Teile oder Stücke.

IATF 16949

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Über den Experten

Hartmut Ide

Hartmut Ide hatte leitende Funktionen als Qualitätsmanager in der Autoindustrie inne. Seit 2008 arbeitet er als Berater für IQC - Ide Quality Consulting GmbH. Vom VDA QMC wurde er zum Mastertrainer IATF 16949 berufen. Für DGQ, VDA QMC und andere Organisationen ist er als Trainer und Prüfer für Auditoren und im QM-Bereich im Einsatz. Für das deutsche IATF Oversight Office übersetzte er den Standard IATF 16949 ins Deutsche.