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01.02.2018 IATF 16949
Frage & Antwort

Forderung nach DAkkS-Kalibrierschein

Warum wird in der IATF16949 gefordert, künftig Kalibrierscheine mit DAkkS-Siegel anzufordern? Das macht das Kalibrieren:
1. viel teurer
2. oftmals können die Dienstleister (z.B. die 3D-KMG-Hersteller) nicht ausreichend viele qualifizierte Kalibriertechniker bereitstellen
3. oftmals gibt es keine Akkreditierung der Dienstleister, DAkkS-Kalibrierungen vor Ort durchzuführen

Hat das jemand bedacht? Und welche (fachlichen) Gründe haben zu dieser Anforderung geführt?

Antwort:

Der wesentliche Unterschied ist die Angabe von Messunsicherheiten bei DAkkS-Kalibrierungen, deren Ermittlung den vollständigen Kalibrierprozess beinhaltet. Für eine Rückführbarkeit muss auch die Tauglichkeit des Verfahrens bzw. des Messprozesses von unabhängigen Gutachtern geprüft werden. Der Vorteil der auf nationale Standards (und somit in der Regel auch auf internationale Standards) rückführbaren Mess- und Prüfmittel, ist die weltweite Vergleichbarkeit der Messergebnisse.

ISO-Kalibrierungen / Werkskalibrierungen sind in keiner Norm definiert, werden aber trotzdem am Markt als „kostengünstige Alternative“ zu akkreditierten Kalibrierscheinen angeboten. ISO-Kalibrierungen oder Werkskalibrierungen sind nur Vergleichsmessungen externer Prüflinge mit werksinternen Referenzgeräten und Normalen (Werksstandards) als Dienstleistung. Die verwendeten Normale und Messeinrichtungen sind zwar in der Regel auch auf nationale Standards rückführbar, die Vergleichsmessung erfolgt aber nur nach intern festgelegten Abläufen und nicht nach den einschlägigen Richtlinien, wie VDI/VDE/DGQ 2618. Bei Werkskalibrierungen werden lediglich die Funktionen des Gerätes unter Angabe einer Messabweichung verifiziert. Diese sind deshalb keine Alternative zu einer rückführbaren Kalibrierung durch ein akkreditiertes Kalibrierlabor.

Es ist zu beobachten, dass die Mehrzahl von akkreditierten Kalibrierlaboratorien keine DAkkS-Kalibrierungen durchführen möchte. Aus diesem Grund werden die Kalibrierpreise für DAkkS-Kalibrierungen künstlich in die Höhe getrieben. Der Kalibrierumfang nach DAkkS oder nach VDI/VDE/DGQ 2618 Richtlinie ist jedoch praktisch der gleiche. Das eigentliche Prozedere unterscheidet sich kaum, bzw. gar nicht. Eine weitere Einschränkung betrifft auch die Ergebnisberichte ohne Akkreditierungssymbol, die unter Umständen auch von akkreditierten Kalibrierlaboratorien exakt im Geltungsbereich ihrer Akkreditierung ausgegeben werden. Diese werden nicht mehr als Rückführungsnachweise anerkannt, da sie nicht der Überwachung durch die DAkkS im Rahmen von Akkreditierungsverfahren unterliegen.

Zusammenfassend ist die Aussage, der Werkskalibrierschein dokumentiere die Rückführung, nur zulässig, wenn die verwendeten Bezugsnormale rückgeführt sind und ein in einem normativen Dokument beschriebenes oder akkreditiertes Kalibrierverfahren (validiertes Verfahren) exakt angewandt wurde. DAkkS-Kalibrierungen sind also grundsätzlich den oft anzutreffenden Werkskalibrierungen vorzuziehen. DAkkS-Kalibrierungen sollten aus den genannten Gründen nicht wesentlich teurer sein als Werkskalibrierungen.

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Über den Experten

Hartmut Ide

Hartmut Ide hatte leitende Funktionen als Qualitätsmanager in der Autoindustrie inne. Seit 2008 arbeitet er als Berater für IQC - Ide Quality Consulting GmbH. Vom VDA QMC wurde er zum Mastertrainer IATF 16949 berufen. Für DGQ, VDA QMC und andere Organisationen ist er als Trainer und Prüfer für Auditoren und im QM-Bereich im Einsatz. Für das deutsche IATF Oversight Office übersetzte er den Standard IATF 16949 ins Deutsche.