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27.08.2019 IATF 16949
Frage & Antwort

Änderungen von Kundeanforderungen, Regelwerken und Normen

Wenn sich die allgemeinen Kundenvorgaben ändern, müssen dann die laufenden Projekte daran angepasst werden oder gilt das dann nur für zukünftige Projekte? Häufig ist eine Anpassung mit Mehraufwand und -kosten verbunden.
Gibt es dazu einen Hinweis in VDA-Bänden oder in der IATF 16949, der die Thematik beschreibt und auf den man sich berufen kann?

Antwort:

Ihre Automotive-Kunden möchten natürlich sehr gerne, dass die Lieferanten stets die aktuellsten Versionen ihrer Kundenvorgaben erfüllen - was im Fall von Zeichnungsänderungen selbstverständlich sein dürfte. In diesem Fall haben Sie aber als betroffener Lieferant die Möglichkeit, die dadurch entstehenden Kosten an den Kunden weiter zu reichen, denn der Kunde hatte Änderungsstand A bestellt und will nun Änderungsstand B.

Bei den kundenspezifischen Forderungen, ist dies seitens der Kunden am Beispiel des PPF-Verfahrens typischerweise durch folgende Formulierungen geregelt:
Formel Q-konkret: Weiterführende, detaillierte Anforderungen des Kunden zum Bemusterungsprozess sind der jeweils aktuellen Ausgabe der Formel Q Neuteile Integral zu entnehmen.
MBST 13/18: Soweit sich aus dem Folgenden nichts anderes ergibt, richten sich die Anforderungen an dieses Verfahren nach VDA Band 2 in der jeweils aktuellen Ausgabe.

Die IATF 16949 enthält in Abschnitt 7.5.3.2.2 "Technische Spezifikationen" die folgende Vorgabe:
Innerhalb von 10 Arbeitstagen nach Eingang der Mitteilung über die Änderung technischer Normen/Spezifikationen sollte eine Bewertung erfolgt sein.

Das Ergebnis dieser Bewertung kann meines Erachtens durchaus sein, dass diese Änderung beispielsweise ein Aussetzen der Fertigung für 4 Tage, eine Änderungsbemusterung und 10.000 Euro Kosten verursachen würde. Verbunden mit dieser Mitteilung über das Ergebnis der Bewertung der Änderung wäre dann auch die konkrete Frage, ob die Änderung in dieser Form durchgeführt werden soll (Angebot). So etwas wird auch oft in einem Änderungs- oder Bemusterungsabstimmungsgespräch bilateral besprochen.

Zurück zu Ihrer eigentlichen Frage: Maßgebend ist, welchen Forderungen Sie bei der Beauftragung in Ihrer Auftragsbestätigung zugestimmt haben. Wenn Sie die Formulierungen "in der jeweils aktuellen Ausgabe" angenommen haben, müssen Sie dieser Zusage m.E. in den folgenden Jahren auch kostenfrei nachkommen. Wenn Sie in Ihrer Auftragsbestätigung allerdings ausdrücklich nur der Ausgabe 08/15 des VDA-Bandes 88 oder der Norm 4713 zugesagt haben, hätten Sie m.E. bei Änderungen dieser Basisforderungen das Recht, die Änderungsaufwände in Rechnung zu stellen. Aber hier verlassen wir den Bereich des QM und die Frage sollte besser von einem Rechtsanwalt geklärt werden.

Zusammenfassend rate ich Ihnen, solche Dinge offen mit Ihrem Kunden zu besprechen und für die betroffenen Lieferumfänge individuelle Lösungen zu finden. Konkrete Regelungen des VDA oder der IATF, in der die Thematik beschrieben würde, gibt es meines Wissens nicht. Ein begrüßenswertes, da konkretes - allerdings nicht allgemeingültiges - Beispiel gibt es im neuen FMEA-Band: Vorhandene FMEAs, die mit vorherigen Methodenbeschreibungen ... erstellt wurden, können bei Aktualisierung in ihrer ursprünglichen Form belassen werden. Falls zweckmäßig, sollten vorhandene FMEA, die als Grundlage für neue Projekte dienen, in das neue FMEA-Format umgewandelt werden.

IATF 16949

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Über den Experten

Hartmut Ide

Hartmut Ide hatte leitende Funktionen als Qualitätsmanager in der Autoindustrie inne. Seit 2008 arbeitet er als Berater für IQC - Ide Quality Consulting GmbH. Vom VDA QMC wurde er zum Mastertrainer IATF 16949 berufen. Für DGQ, VDA QMC und andere Organisationen ist er als Trainer und Prüfer für Auditoren und im QM-Bereich im Einsatz. Für das deutsche IATF Oversight Office übersetzte er den Standard IATF 16949 ins Deutsche.