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28.08.2019 IATF 16949
Frage & Antwort

7.1.5.1.1 Beurteilung von Messsystemen

Die IATF fordert: Für alle im PLP festgelegten ARTEN von Prüfungen, Messungen und und für alle darin aufgeführten Messsysteme muss die Prüfprozesseignung verifiziert werden....

Ich habe einmal gelernt, dass ein Messmittel niemals pauschal "fähig" bzw. nicht fähig ist, sondern dies immer Merkmalsbezogen zu bewerten ist. Folglich wird landläufig gesagt, man müsse für jedes Merkmal, dass im PLP aufgeführt ist, eine gesonderte MSA durchführen. Das wiederum ist aus meiner Sicht "too much".
Mir geht es im Kern um den Begriff ARTEN in der IATF-Anforderung, d.h. wie ist dies (genau) zu verstehen bzw. zu interpretieren?
Beispiel Caliper. Dieser wird zur qualitativen Messung von Längen, Breiten und auch Durchmessern verwendet. Mein Ansatz wäre, für die Ausprägung Länge/Breite eine MSA durchzuführen. Dabei erhalte ich als Abfallprodukt von der Auswerte-Software die Minimum-Toleranz, mit der die Randbedingungen (noch) erfüllt sind, d.h. ich kann sagen, alle weiteren toleranzbehafteten Merkmale, deren T > der ermittelten Minimaltoleranz sind, sind damit abgedeckt, ...ergo wäre eine separate MSA nicht erforderlich.
Dann würde ich analog eine MSA für die Ausprägung Durchmesser durchführen lassen.

Wie ist Ihr Verständnis bzgl. des Terminus ARTEN in der IATF-Anforderung?

Antwort:

In Bezug auf die ARTEN ist gemäß FAQ 6 der IATF nicht für jedes einzelne Messsystem ein vollständiger Nachweis der Prüfprozesseignung gefordert. Messsysteme mit den gleichen Eigenschaften (z. B. Messbereich, Auflösung, Wiederholbarkeit usw.) können zu Gruppen zusammengefasst werden, so dass ein Musterinstrument (repräsentativ für die Messgerätefamilie) für den Nachweis der Prüfprozesseignung verwendet werden kann.

Es geht hierbei aber nicht nur um das eigentliche Messgerät, sondern um den gesamten Prüfprozess; d.h. Einfluss des konkreten Werkers, des Messplatzes, der Umgebung, der Oberfläche und des Verschmutzungsgrades des Bauteils usw. Sie haben völlig recht, wenn Sie schreiben, dass die Prüfprozesseignung immer merkmalsbezogen zu bewerten ist. Praktisch bedeutet das, dass die Prüfprozesseignung für jede Merkmal-/Messmittelkombination nachzuweisen ist - also für alle Merkmale, die im PLP aufgelistet sind (7.1.5.1.1). Dürfen für die Lenkung des Merkmals laut PLP verschiedene Messgeräte desselben Typs (s.o.) verwendet werden, dann reicht es, wenn die Prüfprozesseignung für dieses Merkmal unter Verwendung eines dieser Messgeräte repräsentativ nachgewiesen wird.

Sollte ein bestimmtes Merkmal in verschiedenen PLPs auftauchen (da verschiedene Bauteile) und sollte dieses Merkmal für alle gefertigten Teile die gleiche Toleranz haben, an derselben Maschine produziert und geprüft werden, und sollte dieses Merkmal laut Vorgabe in den verschiedenen PLPs mit denselben Messgeräten von denselben Werkern am selben Prüfplatz geprüft (gelenkt) werden, stimme ich Ihnen zu, dass die Prüfprozesseignung in diesem speziellen Fall nur an einem Bauteil nachgewiesen werden muss.

Zusammenfassend erfüllt das von Ihnen vorgeschlagene Vorgehen nicht die Anforderungen des Abschnitts 7.1.5.1.1 der IATF 16949. Die von der erwähnten Software angegebene Mindesttoleranz ist für die Festlegung des Arbeitsgebietes interner Labore relevant.
Lesen Sie dazu auch: Internes Prüflabor

IATF 16949

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Über den Experten

Hartmut Ide

Hartmut Ide hatte leitende Funktionen als Qualitätsmanager in der Autoindustrie inne. Seit 2008 arbeitet er als Berater für IQC - Ide Quality Consulting GmbH. Vom VDA QMC wurde er zum Mastertrainer IATF 16949 berufen. Für DGQ, VDA QMC und andere Organisationen ist er als Trainer und Prüfer für Auditoren und im QM-Bereich im Einsatz. Für das deutsche IATF Oversight Office übersetzte er den Standard IATF 16949 ins Deutsche.