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20.04.2020 IATF 16949
Frage & Antwort

8.4.2.2 Bestimmungsland „weltweit möglich“

Zunächst eine Anmerkung: Im Beitrag von 10.11.2017 zur IATF 16949 und hier speziell zu "8.4.2.2 Gesetzliche und behördliche Anforderungen" wird darauf verwiesen, dass die zur Diskussion stehende Forderung gar nicht nur aus ISO 9001 bzw. IATF 16949 stamme, sondern vielmehr auf § 130 des Ordnungswidrigkeitengesetzes zurückzuführen sei.
gesetzliche-und-behoerdliche-anforderungen

Nun gilt die IATF 16949 ja auch jenseits des Gültigkeitsbereichs des § 130 des Ordnungswidrigkeitengesetzes, also im Ausland...

Aber nun zur eigentlichen Frage, die auf jene des damaligen Beitrags aufsetzt: "Wie soll ein Lieferant nachweislich sicherstellen, ständig die gesetzlichen und behördlichen Anforderungen im Ausfuhr-, Einfuhr- und ggf. sogar Bestimmungsland zu erfüllen?" - diese Frage wurde hier zwar generell beantwortet, aber die Schwierigkeit liegt darin, dass Kunden (OEM) den Einsatz Ihrer Produkte als „weltweit möglich“ angeben...

Antwort:

Gemäß FAQ 24 der IATF (www.iatfglobaloversight.org) wird vom Kunden erwartet, dass er der Organisation eine spezifische Liste der Länder vorlegt, in die das Fahrzeug bzw. die Fahrzeuge erstmalig verkauft werden. Es wird weiterhin erwartet, dass der Kunde der Organisation Informationen zur Verfügung stellt, aus denen hervorgehet, welche Merkmale für die Erfüllung der geltenden gesetzlichen und behördlichen Anforderungen relevant sind, um entsprechende Lenkungsmaßnahmen festlegen zu können (z. B. besondere Merkmale). Kommt der Kunde diesen Pflichten nicht nach, sollte die Organisation in der Lage sein, schriftliche Nachweise (z.B. Briefe, E-Mails, Sitzungsprotokolle usw.) zu erbringen, dass sie sich bemüht hat, die erforderlichen Informationen zu den Bestimmungsländern beim Kunden anzufordern und dieser sie nicht zur Verfügung gestellt hat.

Der aktualisierte VDA Band 2 gibt vor, dass zu jedem PPF-Verfahren zwischen Organisation und Kunde eine Bemusterungsabstimmung durchzuführen ist. Hierbei sind unter anderem die Eingangsvoraussetzungen zu klären, wie zum Beispiel freigegebene/geltende Spezifikationen (inklusive gesetzlicher Vorgaben). Im Rahmen der PPF-Nachweisführung muss die Organisation zum Erlangen einer Serienlieferfreigabe u.a. einen Nachweise zur Einhaltung gesetzlicher Anforderungen vorlegen (z.B. länderspezifische Zertifikate, Prüfnummern, Zulassungen, … zu Umwelt, Sicherheit, Recycling, … gemäß den mit dem Kunden vereinbarten Spezifikationen). Eventuelle Nichteinhaltung gesetzlicher Anforderungen führt zu „Nicht Kundentauglich/Nicht Serientauglich“.

Weiterhin muss die Organisation im Rahmen des PPF-Verfahrens einen Nachweis der Nichtverwendung gesetzlich verbotener Stoffe - z.B. per IMDS - erbringen. Die IMDS-Nummer ist im Deckblatt zum PPF-Bericht einzutragen. Wie aber wollen Sie diese Erklärung abgeben, wenn Ihnen die gesetzlichen Forderungen nicht bekannt sind?

Sollten Sie beispielsweise an den OEM Daimler liefern, so haben Sie mit Auftragsannahme u.a. die MBST 14/07 anerkannt, wonach Sie nach Abschnitt 2 verpflichtet sind, alle gesetzlich oder behördlich vorgeschriebenen Anforderungen einzuhalten. Die besagten Anforderungen richten sich dabei nach dem Markt oder den Märkten, für die die Lieferumfänge vorgesehen sind. Die Belieferung mit Teilen, die alle gesetzlich oder behördlich vorgeschriebenen Anforderungen einhalten, muss durch den Partner über den gesamten Lebenszyklus, d.h. auch nach End of Production (EOP) des Fahrzeugs über den Zeitraum der Ersatzteileversorgung – bis auf Widerruf (inkl. Re-Zertifizierungen) – sichergestellt werden.

Wie in meinem vorhergehenden Beitrag bereits erwähnt, gibt es hierzu professionelle Unterstützung im Sinne sogenannter "Rechtspflichtenservices" (siehe Internet).

Machen wir uns nichts vor: Aus Sicht der OEMs geht es bei diesen Forderungen um eine Haftungsprävention. Das potenzielle Risiko, wegen Nichteinhaltung gesetzlicher Forderungen des Fahrzeugs in die Haftung genommen zu werden, wird auf die Lieferanten verlagert.

IATF 16949

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Über den Experten

Hartmut Ide

Hartmut Ide hatte leitende Funktionen als Qualitätsmanager in der Autoindustrie inne. Seit 2008 arbeitet er als Berater für IQC - Ide Quality Consulting GmbH. Vom VDA QMC wurde er zum Mastertrainer IATF 16949 berufen. Für DGQ, VDA QMC und andere Organisationen ist er als Trainer und Prüfer für Auditoren und im QM-Bereich im Einsatz. Für das deutsche IATF Oversight Office übersetzte er den Standard IATF 16949 ins Deutsche.